Weihrauch

Zuletzt aktualisiert am: 02.09.2017

Autoren: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer, Prof. Dr. med. Martina Bacharach-Buhles

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Definition

In Trockengebieten von Afrika und Indien (z.B. in Somalia, Äthiopien und Arabien) wachsende Bäume mit Wuchshöhen von 1,0 bis 8 m. Bei der Weihrauchernte werden die Bäume an Stamm und Ästen eingeschnitten. Aus diesen Verletzungen sondert der Baum ein Harz ab (Olibanum), das geerntet wird. Die Harzausbeute pro Baum liegt bei 3 bis 10 kg.

Das Weihrauchharz ist ein körniges getrocknetes Harz, das sich durch einen balsamisch-würzigen, leicht zitronigen und typischen Weihrauchduft auszeichnet.

Es wird in der Parfumindustrie, in Kosmetikprodukten (s. Bosewellia carterii extract (INCI); s. Boswellia serrata extract (INCI) und in Arzneimitteln verwendet.

Ätherisches Weihrauchöl wird mittels Wasserdampf-Destillation aus dem Harz gewonnen.

Seine Inhaltsstoffe sind Monoterpene, Sesquiterpene, Monoterpenole, Sesquiterpenole (s.u. Terpene) und Ketone. Weitere Inhaltsstoffe sind Boswelliasäuren und Incensol..

Anwendungsgebiet/Verwendung

  • Weihrauch wirkt antiinflammatorisch und antibakteriell (in Ostafrika wurde Weihrauch traditionell gegen Krankheiten wie Syphilis, Bilharziose und Magenleiden eingesetzt). In der klassischen europäischen Naturheilkunde wird Weihrauch hauptsächlich zur Linderung von rheumatischen Erkrankungen beim Morbus Crohn und Colitis ulcerosa eingesetzt.
  • Darüber hinaus konnten für Boswelliasäuren in vitro antiproliferative Effekte auf verschiedene Tumorzelllinien (z.B. malignes Melanom, Glioblastom, Leberkarzinom) gezeigt werden, die auf einer Induktion von Apoptose beruhen. Incensol, ein weiterer Inhaltsstoff des Weihrauchharzes zeigte im Tiermodell angstlösende und antidepressive Effekte. Eine antidepressive Wirkung des Incensols wurde beim Menschen bisher nicht nachgewiesen.

Präparate

Trisana® Dermal C

Literatur
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  1. Gerhardt H. et al. (2001) Therapie des aktiven Morbus Crohn mit dem Boswellia-serrata-Extrakt H 15. Z Gastroenterol 39:11-17
  2. Warnke et al. (1998): Die Rolle von Boswellia-Säuren in der Therapie maligner Gliome: Methodische Mängel. Deutsches Ärzteblatt 95: 220

Weiterführende Artikel (2)

Monoterpene; Terpene;
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