Teebaumöl

Zuletzt aktualisiert am: 15.10.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Melaleucae alternifoliae aetheroleum; Melaleucae alternifoliae aetherolum; tea tree oil

Definition

Ätherisches Öl, das mittels Wasserdampfdestillation aus den Blättern des Teebaumes (Meleleuca alternifolia) gewonnen wird.

 

Inhaltsstoffe

Die verschiedenen handelsüblichen Stoffgemische enthalten etwa 100 derzeit bekannte Bestandteile, u.a. Eucalyptol und Terpinen-4-ol (mindestens 30%) , Limonen, alpha-Terpinen, Delta-Terpinen, Alpha-PinenAscaridol, Cineol, Myrcen und zahlreiche andere organische Verbindungen.

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Anwendungsgebiet/Verwendung

Laut Studien gut wirksam bei Skabies (alternativer Therapieansatz bei Resistenz gegen gegen First-line Therapeutika wie Permethrin).

Teebaumöl findet zunehmend Einsatz in naturheilkundlichen Produkten und in der Komplementärmedizin. Es wird u.a. empfohlen bei Wunden, Hautentzündungen, bei Pilzerkrankungen (z.B. Dermatomykosen), Akne, Schuppenflechte, Herpes labialis, Warzen, Zahnfleischentzündungen, Verbrennungen, Neurodermitis, Mundschleimhauterkrankungen, Hühneraugen, Insektenstichen, Pediculosis capitis, Skabies, Nasennebenhöhlenvereiterungen u.v.a. Der Einsatz beruht auf den antiseptischen, bakteriziden, fungiziden, akariziden und wundheilungsfördernden Wirkungen des Teebaumöls.

Unerwünschte Wirkungen

Allergische Kontaktdermatitiden wurden auf 1.8-Cineol (Eucalyptol) nachgewiesen; weiterhin auf d-Limonen, alpha-Terpinen, Aromadendren und  p-Cymen.  Sensibilisierungspotenz: Geringgradig. Sensibilisierungshäufigkeit: Selten.

Merke! Die im Teebaumöl enthaltenen Terpene kommen auch in vielen anderen Pflanzen und Pflanzenölen vor, so dass mit einer erheblichen Kreuzreaktivität zu rechnen ist.

Hinweis(e)

Neben den im Handel erhältlichen Teebaumöl-haltigen Kosmetikprodukten ist 5% Teebaumöl in Vaseline ein preisgünstiges, pharmazeutisch stabiles Präparat.

Im NRF oder anderen gebräuchlichen Formelsammlungen sind keine Teebaumölrezepturen mehr enthalten.

Merke! Von Teebaumölmischungen mit ätherischen pflanzlichen Ölen, z.B. Oleum origani cretici, wie es im Ergänzungsbuch zum Deutschen Arzneibuch 6. Ausgabe aus dem Jahr 1926 (!!) aufgeführt ist, wird abgeraten, da viele ätherische Öle nicht in pharmazeutisch einwandfreier Qualität verfügbar sind und daher in Apotheken nicht verwendet werden dürfen. Zur Herstellung von Teebaumölgemischen kommen in pharmazeutischer Qualität nur in Frage: Oleum amygdalae, Oleum olivarum, Oleum Avocado.

Merke! Zu Teebaumöl existiert keine Monographie der Kommission E. Teebaumölzubereitungen gelten in Deutschland nicht als Arzneimittel sondern nur als Kosmetika.

Literatur
Für Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir Kopernio Kopernio

  1. Arberer W (2008) Kontaktallergie und Arzneipflanzen. JDDG 6: 15-24
  2. Angerstein JH (1997) So heilen Teebaumöle. Midena, München
  3. Downs AMR et al. (1999) Monoterpenoides and tetralin as pediculocides. Br J Dermatol 141(Suppl): 104
  4. Hausen BM, Vieluf K (1997) in: Allergiepflanzen, Pflanzenallergene. Ecomed Verlag, Landsberg/München, S. 183-187
  5. Koh et al. (2002) Tea tree oil reduces histamine-induced skin inflammation. Br J Dermatol 147: 1212-1217
  6. Satchell AC et al. (2002) Treatment of interdigital tinea pedis with 25% and 50% tea tree oil solution: a randomizeid, placebo controlled blinded study. Australas J Dermatol 43: 175-178
  7. Walton S et al. (2004) Acaricidal activity of melaleuca aternifolia (tea tree) oil. Arch Dermatol 140: 563-566
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