Sonnenhut

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Echinaceae herba; Sonnenhutkraut

Definition

Echinacea-Arten wie E. purpurea (purpurfarbener Sonnenhut), E. pallida (blassfarbener Sonnenhut) oder E. angustifolia (schmalblätteriger Sonnenhut) sind aus Nordamerika stammende Korbblütengewächse (Asteraceae), die bereits von Indianern als Heilmittel (insbes. E. pallida) zur Behandlung von Erkältungskrankheiten, Schlangenbissen und anderweitig verwendet wurden. Heute genießen Extrakte nur noch in Europa Popularität, besonders in Deutschland. Die verschiedenen Echinacea-Produkten zugeschriebene immunstimulierende Wirkung ist wissenschaftlich nicht belegt.

Vorkommen

Echinacea purpurea der rote Sonnenhut ist Stammpflanze von Echinaceae purpureae herba, dem Purpursonnenhutkraut.
Echinaceae purpureae radix ist eine offizinelle Zubereitung (Ph.Eur.8; Monographie ESCOP) aus der ganzen oder der geschnittenen, getrockneten Wurzel von Echinacea purpurea.
Echinaceae pallidae radix ist eine offizinelle Zubereitung (Ph.Eur.8; Monographie ESCOP, Kommission E) aus der ganzen oder der geschnittenen, getrockneten Wurzel von Echinacea pallida der „Blasser-Sonnenhut-Wurzel“.
Echinaceae angustifoliae radix ist eine offizinelle Zubereitung (Ph.Eur.8) aus der ganzen oder der geschnittenen, getrockneten Wurzel von Echinacea angustifolia der „Schmalblättriger Sonnenhut-Wurzel“.

S.a.  Echinaceae angustifoliae extract (INCI) und  Echinaceae angustifoliae leaf extract (INCI).

Wirkungen

Die Extrakte sollen einen unspezifischen immunstimulierenden Effekt bewirken.

Anwendungen in der Kosmetik:  S. Echinaceae angustifoliae extract (INCI) und  Echinaceae angustifoliae leaf extract (INCI).

Anwendungsgebiet/Verwendung

Akute und chron. Infektionen, extern bei pyodermisierten Wunden, rezidivierende Infekte, Abwehrschwäche allgemein. Echinacea-Extrakte werden zur Prophylaxe von Erkältungskrankheiten eingenommen. Derzeit sind mehr als 500 Echinacea-haltige Produkte im Umlauf (in Deutschland).

Dosierung

Tropfen: Initial 40 Trp., dann alle 1-2 Std. 20 Trp., nachfolgend 3mal/Tag 20 Trp. über max. 3 Wochen.

Normkonzentration

10-20% als Salbe oder Creme 1-3mal/Tag dünn auf das Erkrankungsgebiet auftragen, Anwendung max. 8 Wochen.

Unerwünschte Wirkungen

Merke! Echinacea-Präparate können schwere, teilweise lebensbedrohliche Allergien auslösen (s.u. Korbblütler)! Sensibilisierungen sind jedoch eher selten. Die Allergene sind nicht genau definiert.

  • Systemische Applikation: Schüttelfrost, Fieberreaktionen, Übelkeit, allergische Reaktionen vom Soforttyp.
  • Topische Applikation: Paragruppen-Allergie.

Kontraindikation

  • Systemische Applikation: Tuberkulose, Leukämien, Kollagenosen, multiple Sklerose, Allergie gegen Korbblütler.
  • Topische Applikation: Paragruppen-Allergie.

Handelsnamen

Bagnisan® med. Heilbad, Blasen-Nieren-Tee Uroflux® vegetabile Tee, Echinacea, Echinacin, Palmisan, Echinacin Salbe Madaus, Gerner Lymphaticum neu, Hewekzem novo Salbe, Hocura®-Spondylose Salbe, Wund-Heilsalbe S

Hinweis(e)

Der Name Echinacea leitet sich vom griechischen Wort "echinos" = Igel ab und drückt hiermit die Ähnlichkeit des stacheligen, gewölbten Blütenbodens mit einem Igel aus.

Literatur
Für Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir Kopernio Kopernio

  1. Arberer W (2008) Kontaktallergie und Arzneipflanzen. JDDG 6: 15-24
  2. Mitchell JC et al. (1979) Botanical Dermatology. Vancouver, Greengrass
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Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017