Silybi mariani fructus

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Cardui mariae fructus; Mariendistelfrüchte; Silybum marianum fructus

Definition

Silybi mariani fructus ist eine offizinelle Flavonoiddroge die aus den Früchten ihrer Stammpflanze Silybum marianum, der Mariendistel, gewonnen wird. Positive Monographien liegen von der Kommission E, der HMPC, WHO und ESCOP vor. Die Zubereitungen werden aus den reifen und getrockneten, vom Pappus befreiten Früchten gewonnen.

Inhaltsstoffe

Neben Eiweiß bestehen Mariendistelfrüchte zu 20 bis 30 % aus fettem Öl (Glyceride der Linol- und Ölsäure). Darüber hinaus haben sie einen Mindestgehalt an Silymarin von 1 %. Der Silymarinkomplex besteht aus Silibinin (Silybin A), Silydianin und Silychristin. Hierbei handelt es sich um Flavonollignane. Ferner sind noch andere Flavonoide wie Quercetin und Taxifolin enthalten.  

Wirkungsspektrum

Silybimariani fructus finden bei chronischen, toxisch induzierten Lebererkrankungen Anwendung. Die Droge Silybimariani fructus hemmt die Effekte von Leber-toxisch wirkenden Substanzen und wirkt darüber hinaus gallentreibend. Nachweislich verdrängt es kompetitiv die Toxine des Knollenblätterpilzes (Phalloidin, Amanitin). Weiterhin wirkt die Droge antiphlogistisch und antifibrotisch.

Anwendungsgebiet/Verwendung

Die Droge ist laut Vorgaben der Kommission E indiziert bei dyspeptischen Beschwerden, adjuvant bei chronisch-entzündlichen Lebererkrankungen, adjuvant bei Leberzirrhose. Nicht gesichert ist der Effekt bei Fettleber.  

Zum Einsatz kommen die zerkleinerten Früchte als Teezubereitungen oder als orale Gabe. 

 

Dosierung

Die gebräuchliche mittlere Tagesdosis liegt zwischen 12-15 g Droge. Zubereitungen entsprechen 200-400mg Silymarin, berechnet als Silibinin.    

Teeauszüge werden wegen ihres unangenehmen Geschmacks häufig mit Fenchel kombiniert.

Verweisende Artikel (3)

Mariendistel; Mariendistelfrüchte; Taxifolin;

Weiterführende Artikel (5)

Flavonoide; Kommission E; Mariendistel; Quercetin; Taxifolin;
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