Schöllkraut

Zuletzt aktualisiert am: 04.03.2018

Autoren: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer, Prof. Dr. med. Martina Bacharach-Buhles

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Synonym(e)

Chelidonii herbae; Chelidonium majus; Goldkraut; Goldwurz; Schellkraut; Warzenkraut

Definition

Das Schöllkraut (Chelidonium majus) ist eine weit verbreitete, usprünglich in den gemäßigten und warm-temperierten Gebieten Eurasiens sowie im Mittelmeerraum heimische inzwischen auch in Nordamerika angesiedelte, sommergrüne krautige Pflanzenart aus der Gattung Chelidonium der Familie der Mohngewächse (Papaveraceae). Die Pflanze erreicht Wuchshöhen von bis zu 70 Zentimetern und bildet ein verzweigtes Rhizom. Ihr Milchsaft ist gelb-orange.Die Blütezeit reicht von Mai bis Oktober.
Beim Abbrechen der behaarten Stängel oder beim Einreißen der Blätter tritt ein gelb-orangefarbener, giftiger Milchsaft aus.
Schöllkraut ist Stammpflanze von Chelidonii herbae (offzinell - Ph.Eur.8, Kommission E), den während der Blütezeit gesammelten und getrockneten, ganzen oder geschnittenen oberirdischen Teilen der Pflanze.  
 

Vorkommen

Chelidoni herbae enthält zahlreiche Alkaloide darunter Berberin, Chelerythrin, Chelidonin, Coptisin, Spartein, Chelidoxanthin und Sanguinarin. Die Alkaloide sind sowohl in den oberirdischen Teilen der Pflanze als auch in der Wurzel vorhanden.
Schöllkrautextrakte wirken in vitro toxisch auf Viren, Bakterien, Pilze und schwach zytotoxisch auf menschliche Zellen (ursächlich ist der Gehalt an Chelidonin, Coptisin und Protopin). Chelerythrin und Sanguinarin stellen das reizende toxische Prinzip der Pflanze dar. Beide wirken ebenfalls zytotoxisch. 
 

Wirkungsspektrum

Innerlich: Bestandteil von Leber- und Gallentees. Mittlere Tagesdosis 2-5g der Droge bzw.12-30mg Gesamtalkaloide, berechnet als Chelidomin.  
Extern: In der Volksmedizin wird der Milchsaft der Pflanze äußerlich bei Hautkrankheiten wie Warzen verwendet, entweder nativ oder als Salbe.

Der native Saft wird über mehrere Tage 1x täglich auf eine Warze aufgetragen. Die Effizienz der Therapie ist mehrfach belegt.

In der Kosmetik wird Chelidonium majus extract (INCI) als Antischuppenmittel eingesetzt. 

Unerwünschte Wirkungen

Bei oraler Aufnahme: Alkaloidvergiftung mit Erbrechen und Durchfällen. An der Haut lokale Reizungen.
 

Literatur
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  1. BfArM:Stufenplanbescheid vom 9.4.2008. Zitiert nach a-t (2018) 49:22-23
  2. Capistrano I R et al. (2015) In vitro and in vivo investigations on the antitumour activity of Chelidonium majus. Phytomedicine 22:1279-1287.
  3. Deljanin M et al. (2016) Chelidonium majus crude extract inhibits migration and induces cell cycle arrest and apoptosis in tumor cell lines. J Ethnopharmacol 190:362-371.
  4. Kim SH et al. (2015) Chelidonine, a principal isoquinoline alkaloid of Chelidonium majus, attenuates eosinophilic airway inflammation by suppressing IL-4 and eotaxin-2 expression in asthmatic mice. Pharmacol Rep 67:1168-1177.
  5. Mikołajczak PŁ et al.(2015) Evaluation of anti-inflammatory and analgesic activities of extracts from herb of Chelidonium majus L. Cent Eur J Immunol 40:400-410.
  6. Yang G et al. (2011) Inhibitory effects of Chelidonium majus extract on atopic dermatitis-like skin lesions in NC/Nga mice. J Ethnopharmacol 138:398-403.
  7. Kommissiion E: Chelidoni herbae

 

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