Salicis cortex

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Cortex Salicis; Weidenrinde

Definition

Salicis cortex, auch Weidenrinde genannt, ist eine Droge, die aus den ganzen oder geschnittenen getrockneten Rinde junger Zweige oder aus getrockneten Stücken junger Zweige des laufenden Jahres hergestellt wird. In pflanzlichen Arzneimitteln wird die Droge u.a. zur Behandlung von rheumatischen Beschwerden, Kopfschmerzen und Erkältungssymptomen verwendet.

Inhaltsstoffe

Weidenrinde enthält Flavonoide, Catechingerbstoffe, Kaffeesäurederivate und 1,5 bis 11 % Salicylalkoholderivate, zu denen Salicin, Salicortin, Fragilin, Populin und Tremulacin gehören.

Wirkungen

Weidenrinde wirkt antipyretisch, antiphlogistisch, antioxidativ, schmerzlindernd. Die Droge bewirkt eine Hemmung von Entzündungsmarkern, Sauerstoffradikalen und der Hyaluronidase. 

Anwendungsgebiet/Verwendung

Weidenrinde findet bei der Behandlung von rheumatischen Beschwerden (Monographie durch Kommission E) und Gelenkschmerzen (durch ESCOP monographiert), Erkältungssymptomen und zur Behandlung leichter Rückenschmerzen (HMPC).

Dosierung

Die mittlere Tagesdosierung liegt zwischen 0,6 und 1,2 g Gesamtsalicin. Weidenrinde wird zumeist als Teeaufguss an gewendet.

Ein wässriger Weidenridnenextrakt stellt Proaktiv® dar.  

In fester Form wird die Droge meist als Fertigpräparat verwendet z.B. Assalix® 1-2Tbl/Tag; Assplant® 2x2Tbl/Tag. 

Unerwünschte Wirkungen

Es kann zu Unverträglichkeitsreaktionen gegenüber Salicaten kommen.

Kontraindikation

Bei bekannten Überempfindlichkeiten gegenüber Salicylaten sollte auf eine Einnahme in jedem Fall verzichtet werden.

Literatur
Für Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir Kopernio Kopernio

  1. Knuth S et al.,(2013) Catechol conjugates are in vivo metabolites of Salicis cortex. Planta Med 79:1489-1494.
  2. Beer AM et al. (2008)  Willow bark extract (Salicis cortex) for gonarthrosis and  coxarthrosis--results of a cohort study with a control group. Phytomedicine 15:907-913.
  3. Gopaul R et al. (2010) An evaluation of the effect of a topical product containing salicin on the visible signs of human skin aging. J Cosmet Dermatol 9:196-201.
  4. Kim CS et al. (2015) Salicin derivatives from Salix glandulosa and their biological activities. Fitoterapia 106:147-152.
  5. Krivoy N et al.(2001) Effect of saliciscortex extract on human platelet aggregation. Planta Med 67:209-212.
  6. Schilcher H (2016) In: Leitfaden Phytotherapie, Urban & Fischer Verlag München, S. 335 f.
  7. Verma N et al. (2014) Effect of salicin on gut inflammation and on selected groups of gut microbiota in dextran sodium sulfate induced mouse model of colitis. Inflamm Res 63:161-169.
  8. Wagner S et al.,(2008)  Validated HPTLC methods for the determination of salicin in Salix sp. and of harpagoside in Harpagophytum procumbens. J Pharm Biomed Anal 48:587-591.

Weiterführende Artikel (6)

Catechine; Flavonoide; HMPC; Kaffeesäure; Kommission E; Salicin;
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