Raphani sativi radix

Zuletzt aktualisiert am: 22.02.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Radix Raphani; Rettich; Schwarze Rettichwurzel; Schwarzrettichwurzel; Winterrettichwurzel

Definition

Raphanie sativi radix, auch schwarze Rettichwurzel genannt, ist eine durch die Kommission E monographierte Droge, die in pflanzlichen Arzneimitteln zur Behandlung von dyspeptischen Beschwerden und von Katarrhen der oberen Atemwege eingesetzt wird.

Inhaltsstoffe

Rhaphanie sativi radix enthält Glucosinolate (Senfölglykoside, darunter Raphanin), Allyl- und Butylsenföl. Wasserdampfflüchtiges Senföl und ätherisches Öl werden jedoch erst nach einer enzymatischen Spaltung freigesetzt. Die Senföle sind für den scharfen Geschmack der Wurzel verantwortlich.

Wirkungen

Rhaphani sativi radix fördert die Sekretion im oberen Gastrointestinaltrakt und wirkt darüber hinaus gallentreibend, antimikrobiell und motalitätsfördernd.

 

Anwendungsgebiet/Verwendung

Medizin:

  • Die schwarze Rettichwurzel wird bei dyspeptischen Beschwerden eingesetzt. Weiterhin bei katarrhalischen Infekten der oberen Atemwege.

Kosmetik:

  • Raphanus sativus extract bezeichnet den INCI-Namen für die Droge aus der Wurzel des Rettichs.

 

Dosierung

Die mittlere Tagesdosis von Raphani sativi radix liegt zwischen 50 und 100 ml Presssaft. Die Anwendungsdauer sollte 6 Wochen nicht überschreiten (Kommission E). 

Unerwünschte Wirkungen

Es sind keine unerwünschten Wirkungen bekannt.

Kontraindikation

Bei einer bestehenden Cholelithiasis ist von einer Einnahme abzusehen.

Literatur
Für Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir Kopernio Kopernio

  1. Ivanovics G et al. (2017) Isolation and properties of raphanin, an antibacterial substance from radish seed. Proc Soc Exp Biol Med 66:625-630.
  2. Kim KH et al. (2014) 4-Methylthio-butanyl derivatives from the seeds of Raphanus sativus and their biological evaluation on anti-inflammatory and antitumor activities. J Ethnopharmacol 151:503-508.

  3. Rosztóczy I (1968) Effect of raphanin on the multiplication of some RNA and DNA viruses in, and interferon production by, cultured cells. Acta Microbiol Acad Sci Hung 15:311-316.

  4. Schilcher H (2016) In: Leitfaden Phytotherapie, Urban & Fischer Verlag München, S. 263 f.
  5. Yi G et al. (2016) Root Glucosinolate Profiles for Screening of Radish (Raphanus sativus L.) Genetic Resources. J Agric Food Chem 64:61-70. 

Verweisende Artikel (3)

Frischpflanzenpresssaft; Raphanin; Senföl;

Weiterführende Artikel (4)

Bronchitis chronische ; Glucosinolate; Raphanin; Senföl;
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