Pelargonii sidoidis radix

Zuletzt aktualisiert am: 02.03.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Afrikanische Pelargonienwurzel; Afrikanische Umckaloabowurzel; Pelargonienwurzel Afrikanische; Pelargonii radix; Pelargonii reniformis radix; Umckaloabowurzel Afrikanische

Definition

Pelargonii sidoidis radix, auch Afrikanische Umckaloabowurzel oder Afrikanische Pelargonienwurzel genannt, ist eine Droge, die in pflanzlichen Arzneiwurzeln unter anderem zur Behandlung eines banalen Infektes und einer akuten und chronischen Bronichitis angewendet wird.

Inhaltsstoffe

Umckaloabowurzel enthält Mineralstoffe (12 %), Saccharide (12 %), Proteine (10 %) und Cumarine (2 %). Weitere Inhaltsstoffe sind Flavonoide, Gallussäure, Gallussäuremethylester, Kieselsäurederivate, Phenolcarbonsäure (40 %) und Polyphenole. 

Wirkungen

Die Umckaloabowurzel wirkt immunstimulierend, weiterhin antiphlogistisch, antibakteriell, antiviral und sekretolytisch.

Anwendungsgebiet/Verwendung

Extrakte aus der  Umckaloabowurzel werden zur symptomatischen Therapie bei Erkältungskrankheiten eingesetzt (Empfehlung nach HMPC); weiterhin bei akuten und chronischen Bronchitis, bei Sinusitiden, Tonsillitiden,  und bei  Entzündungen der Nasen- und Rachenschleimhaut. Zu diesen indikationen liegen 29  klinische Studien mit über 10.000 Patienten (4.000 Kinder)  vor (Timmer A et al. 2013). 

Dosierung

Lösungen: Kinder (1. und 5. Lebensjahr) maximal 3 x täglich 10 Tropfen einnehmen; Knder  6. und 12. Lebensjahr) 3 x täglich 20 Tropfen; Kinder (ab 12. Lebensjahr und Erwachsene) 3 x täglich 30 Tropfen.
Trockenextrakt 20mg: Kinder ab dem 12. Lebensjahr und Erwachsene: 3 x täglich eine ED (z.B. als Tablette).

Saft: Kinder zwischen dem 1. und 6 Lebensjahr: 3 x täglich 2,5 ml; Kinder zwischen dem 7. und 12. Lebensjahr 3 x täglich 5 ml.

Unerwünschte Wirkungen

In einigen Fällen wurde eine Erhöhung der Leberwerte beobachtet.

Kontraindikation

Bei einer bestehenden Überempfindlichkeit gegenüber einzelnen Inhaltsstoffen sowie während der Stillzeit, schweren Lebererkrankungen oder bei Säuglingen, sollte von einer Einnahme abgesehen werden. Eine Einnahme während der Schwangerschaft sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt erfolgen.

Wechselwirkungen

Bei einer parallelen Einnahme von Antikoagulantien vom Cumarintyp ist theoretisch eine Verstärkung der blutgerinnungshemmenden Wirkung möglich, sie wurde jedoch noch nicht festgestellt.

Literatur
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  1. Schilcher H (2016) In: Leitfaden Phytotherapie, Urban & Fischer Verlag München, S. 327 ff.
  2. Timmer A et al. (2013) Pelargonium sidoides extract for treating acute respiratory tract infections.
    Cochrane Database Syst Rev.10:CD006323.
     
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