Lebensbaum abendländlicher

Zuletzt aktualisiert am: 31.03.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Abendländischer Lebensbaum; American arbor vitae; Friedhofsbaum; Thuja occidentalis; weiße Zeder; Zaun-Hecken-Thuja

Definition

Thuja occidentalis ist ein 6 bis 20 m hohes, immergrünes Nadelholzgewächs aus der Reihe der  Familie der Zypressen.

Vorkommen

Natürlicherweise in Nordamerika beheimatet. In Europa seit dem 16. Jahrhundert als Kulturpflanze verbreitet, insbes. als Zierstrauch häufig auf Friedhöfen oder als Wegbegrenzung in Hecken und Gartenanlagen.

Wirkungsspektrum

Lebensbaumarten gelten als giftig und enthalten vorwiegend in den Spitzen der Zweige ätherische Öle und Thujone, insbes. Diterpene wie Dehydroabietan, Neothujisäure III u. IV, Lignane, Thujaplicatin-Methylester, Epipinoresinol sowie Monotherpene wie alpha-Thujon, beta-Thujon, Fenchon, Sabinen, Pinen.

Thuja occidentalis ist Stammpflanze von den phytotherapuetisch genutzten Thujae summitates, den Lebensbaumspitzen.

 

Anwendungsgebiet/Verwendung

Historisch: Früher wurden Lebensbaumzubereitungen als Anthelminthikum verwendet. Mit äußerlichen Einreibungen behandelte man Gicht und Rheuma. Vergiftungen waren, durch unsachgemäße Dosierung, nicht selten. Aus den Zweigspitzen bereitete Essenzen, Tinkturen und Lösungen werden in der Naturheilkunde (s.u. Phytotherapie) bzw. Homöopathie verwendet. Indikationen sind:  Gicht und Rheuma, Magenkatarrh, gewisse Neuralgien, sowie Augen- und Ohrenentzündungen.

Aufgrund der antiviralen Wirksamkeit können Thjaextrakte in der Behandlung von Warzen, Mollusca contgiosa und Condylomata acuminata angewendet werden.

Kosmetisch genutzt werden:

Schwangerschaft/Stillzeit

Kontraindiziert!

Unerwünschte Wirkungen

Schon das wiederholte Berühren der Pflanze kann zu schweren entzündlichen Hautreaktionen führen.

Bei Verzehr oder Verschlucken von Pflanzenteilen kommt es zu starken Magen- und Darmentzündungen, Krämpfen sowie Nieren- und Leberschädigungen.

Todesfälle durch Thujon (insbes. nach Beimengung als Geschmacksstoff zu alkoholischen Getränken z.B. Absith) sind beschrieben.

Vergiftungen können bei Tieren auftreten, wobei Pferde besonders empfindlich reagieren.

Handelsnamen

Thuja oligoplex; Thuja Tinkturen

Hinweis(e)

Der Lebensbaum ist Stammpflanze von Thujae summitates den Lebenbaumspitzen.

Literatur
Für Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir Kopernio Kopernio

  1. Chang LC et al. (2000) Bioactive constituents of Thuja occidentalis. J Nat Prod 63: 1235-1238
  2. Iwamoto M et al. (2003) Potential antitumor promoting diterpenoids from the stem bark of Thuja standishii. Planta Med 69: 69-72
  3. Nickavar B et al. (2003) Volatile constituents of the fruit and leaf oils of Thuja orientalis L. grown in Iran. Z Naturforsch 58: 171-172
  4. Roth L et al. (1994) Giftpflanzen und Pflanzengifte. Nikol Verlagsgesellschaft, Hamburg S 941-942

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