Lavendel echter

Zuletzt aktualisiert am: 13.12.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

Alle Autoren

Synonym(e)

Lavandula angustifolia Miller; Lavandula officinalis; Lavendelöl

Definition

Bis zu 60 cm hoch wachsender, winterharter Halbstrauch mit stark verzweigten Ästen und aufrechten Zweigen, schmalen lanzettenförmigen Blättern und violetten Blüten.

Vorkommen

Natürlich vorkommend v.a. im Mittelmeergebiet. Angebaut von Mitteleuropa bis Skandinavien.

Anwendungsgebiet/Verwendung

Lavendula angustifolia ist Stammpflanze von Lavendulae flos, den noch nicht aufgeblühten Lavendelblüten mit blauem Kelch. Für Lavendulae flos existieren mehrere Monographien, so auch der Kommission E.

Für das nach Ph.Eur.8 und ÖAB offizinelle Lavendulae aetheroleum, dem Lavendelöl  existieren Monographien der HMPC.    

Lavendelöl wird im Wesentlichen als Parfümkomponente in Seifen, Rasierwässern, Cremes und zahlreichen anderen Kosmetika eingesetzt.

Ein "Arznei-Lavendelöl" wird als Systemtherapeutikum gegen ängstliche Verstimmung wie auch gegen depressive Stimmungslagen eingesetzt. Handelüblich ist das als Weichkapsel 1x täglich verabfolgte Präparat Lasea® dessen anxiolytische Wirksamkeit vergleicbar ist mit 20mg Paroxetin oder 0,5mg Lorazepam. 

Lavendelsäckchen oder -kissen werden seit Jahrhunderten als natürliches Mottenbekämpfungsmittel zwischen Wäschestücke platziert.

Lavendela angustifolia water (INCI) dient in kosmetischen Rezepturen  als Duftstoff. 

Unerwünschte Wirkungen

Lavendelöl besteht aus zahlreichen Komponenten, darunter Geraniol, Linalool, Linalylacetat, die mögliche Auslöser von Kontaktallergien sein können.

Sensibilisierungspotenz: Schwach. Sensibilisierungshäufigkeit: Sehr selten. Trotz der weiten Verbreitung des Lavendelöls sind nur Einzelfallbeschreibungen in der Literatur über allergische Kontaktdermatitiden verzeichnet (Friseure, Kosmetikerinnen). Bei ätiologisch ungeklärten ekzematösen Gesichtsveränderungen sollte an Lavendelöl gedacht werden, das zum besseren Einschlafen auf das Kopfkissen geträufelt wurde.

Handelsnamen

Cefarheumin® Salbe, Gerner Nervinum N, Kytta-Plasma®, Kytta-Salbe®

Literatur
Für Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir Kopernio Kopernio

  1. Hausen BM, Vieluf K (1997) Allergiepflanzen, Pflanzenallergene. Ecomed Verlag Landsberg/München 175–177
  2. Hajhashemi V et al. (2003) Anti-inflammatory and analgesic properties of the leaf extracts and essential oil of Lavandula angustifolia Mill. J Ethnopharmacol 89: 67-71
Abschnitt hinzufügen

Autoren

Zuletzt aktualisiert am: 13.12.2017