Knoblauch

Zuletzt aktualisiert am: 09.12.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Allium sativum; Allium sativum L

Definition

Gewürz- und Heilpflanze aus der Familie der Lauchgewächse (Alliaceae). Die Knoblauchzwiebel ist eine rundliche bis eiförmige weiße Zwiebel mit einem Durchmesser von etwa 3,0cm und einem scharf-stechenden Geruch. Der Hauptzwiebel sitzen meist mehrere Nebenzwiebeln auf. Allium sativum ist Stammpflanze von Allii sativi bulbus einer Droge die von der Kommission E  und der WHO positiv monographiert ist.  

Inhaltsstoffe

Inhaltsstoffe der frischen Zwiebel: schwefelhaltige gamma-Glutamylpeptide, geruchsloses, wasserlösliches Alliin (S-Allylcysteinsulfoxid). Weiterhin mehrere Enzyme wie: Oxidasen, Katalasen, Dehydrogenasen, Lyasen sowie versch. Vitamine. Nach der anschließenden Zerkleinerung entsteht aus dem Alliin die Abbauprodukte Allicin (instabil) und Ajoen. 

Aus den unterschiedlichen Aufbereitungen ergeben sich unterschiedliche Zusammensetzungen der Präparate.  

Knobauchöl (Oleum Allii sativi), ein ätherisches Öl, wird durch Wasserdampfdestillation der Knoblauchzwiebel gewonnen. Knobauchöl enthält v.a. Diallyldisulfid (60%) sowie Tri-, Polysulfide; weiterhin Alliiin und Ajoen in variabler Zusammensetzung.

Vorkommen

Der Knoblauch stammt ursprünglich aus Ostasien. Sehr früh schon erfolgte der Anbau in Kleinasien und im Vorderen Orient. Heute weltweit angewandt und kultiviert.

Anwendungsgebiet/Verwendung

Eine der ältesten Heil- und Gewürzpflanzen der Erde. In Indien, China, Afrika und den Balkanländern ist ihre Heilkraft seit Jahrhunderten wohl bekannt und begründet damit den hohen Verbrauch. Auch die Volksmedizin in unseren Breiten bedient sich des Knoblauchs seit altersher wegen seiner antibakteriellen, fungiziden (der biologisch wirksame Inhaltsstoff des Knoblauchs "Ajoene" besitzt nachgewiesenermaßen fungizide Eigenschaften), antiseptischen, spasmolytischen, karminativen, anthelminthischen und anderen Wirkungen in den verschiedensten Mitteln zur Behandlung von gastrointestinalen Beschwerden, bei verschiedenen Hautkrankheiten, Entzündungen, Rheuma, Geschwüren, Krämpfen, Schmerzen etc.

Dosierung

Mittlere Tagesdosis 4 g frische Knoblauchzehen

3 x 300 mg schonend getrocknetes Knoblauchpulver/Tag

Handelsnamen

  • Beni-cur N® überzogene Filmtablette
  • Kwai forte® 300 mg überzogene Tabletten
  • Kwai N Dragees®
  • Sapec® überzogene Tabletten.

Hinweis(e)

In einer nichtkontrollierten Studie mit 34 Tinea-pedis-Patienten konnte mit einer 0,4% Ajoene-Creme nach einer Therapiedauer von 7 Tagen in rund 80% der Fälle eine Abheilung erzielt werden.

Allergologische Information: Bekannte Allergene: Diallyldisulfid, Allicin und Allylpropyldisulfid. Sensibilisierungspotenz: Mittelstark. Sensibilisierungshäufigkeit: Selten. Klinische Manifestation: Knoblauch und Knoblauchpulver können, neben einer allergischen bzw. irritativen Dermatitis, auch ein allergisches Asthma verursachen. Risikogruppen sind Köche, Hausfrauen, Küchenpersonal (berufsbedingt). Bei Ekzem, Handekzem sollte daher auch immer an eine mögliche Sensibilisierung durch Knoblauch oder Küchenzwiebeln gedacht werden (Zwiebelfinger).

Literatur
Für Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir Kopernio Kopernio

  1. Ammon H et al (2014).  Hunnius Pharmazeutisches Wörterbuch. Walter de Gruyter GmbH Berlin/Boston S 62-64
  2. Hausen BM, Vieluf K (1997) Allergiepflanzen, Pflanzenallergene. Ecomed Verlag Landsberg/München 65-67
  3. Ledezema E et al. (1996) Efficacy of ajoene, an organsulphur derived from garlic, in the short-term therapy of tinea pedis. Mycoses 39: 393-395
  4. Loew D (2012) In: Beer A M et al. [Hrsg.] Leitfaden Naturheilverfahren für die ärztliche Praxis, Urban und Fischer Verlag S 166f.
     
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