Kamille echte

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Chamaemelum nobile; Chamomilla recutia (INCI); Chamomilla recutita L.; Deutsche Kamille; Echte Kamille; Edelkamille; Gemeine Kamille; Matricaria chamomilla; Matricaria recutita; Roman Chamomile; Römische Hundskamille

Definition

Niedrigwachsendes, immergrünes Korbblütengewächs das in Europa und den angrenzenden Zonen in mittleren Höhenlagen bis 1000m weit verbreitet ist. Inzwischen auch in USA und Australien kultiviert. Die echte Kamille (Matricaria recutita) stellt eine der am häufigsten verwendeten Arzneipflanzen dar.

Matricaria recutita ist Stammpflanze der offizinellen Matricariae flos der Kamillenblüte (Ph.Eur.8; Kommission E).

Oleum chamomillae: Aus  Matricariae flos wird durch Wasserdampfdestillation das offizinelle Kamillenöl (Oleum chamomillae) gewonnen (auch Matricariae aetheroleum genannt).    

 

Anwendungsgebiet/Verwendung

Aufgüsse für Wund- u. Mundspülungen sowie Verwendung in Leber-Galle-Präparaten. Die wohl am weitesten verbreitete Anwendung erfolgt in Kosmetika und Toilettenartikeln, z.B. Salben, Cremes, Lotionen, vor allem Haarwasch- und -pflegemitteln. Gelegentlich auch wegen der Bitterstoffe als Aroma in Kräuterlikören verwendet.

Rezeptur(en)

Wässrige Kamillen-Blütenzubereitungen (z.B. Kamillentee): Zubereitung: 3 g Kamillenblüten werden mit heißem Wasser (ca. 150ml) übergossen und nach 5-10 min. durch ein Teesieb abgesiebt (Alternative: Fertigteebeutel). Bei Mund-Rachenentzündungen mehrfach täglich spülen bzw. gurgeln.

Umschläge: Der zubereitete Tee kann 10% für feuchte Umschläge genutzt werden.

Alkoholische Blütenextrakte (enthalten höhere Anteile des ätherischen Öls) werden in unterschiedlichen Konzentrationen in Kamillenöl, Salben, Cremes und Badezusätze angewendet.    

 

Handelsnamen

Anisan® Hämorrhoidal-Salbe S, Arnica Kneipp® Salbe, Arnikamill® Wund- und Heilsalbe, Azulon® Kamillen-Puder, Befelka®-Oel, Casrasanol®, Chamo® Bürger Salbe, Chamo® Bürger Puder, Dr. Klinger´s Magentee, Dr. Klinger´s Gallentee, Eukamillat®, Fugacid® Gallentee, Gerner Cholagogum N, Gerner Nervivum N, Helago-oel®, Hevert Majocarmin-Tee, Hewekzem novo Salbe, Hocura®-Spondylose Salbe, Kamillen-Bad N "Ritsert", Kamillen-Bad-Robugen, Kamillencreme-ratiopharm® N, Kamillenextrakt Steierl®, Kamille-Spritzner®, Kamillosan®, Kamillosan® Creme, Kamillosan® Mundspray N, Kamillosan® Salbe, Kamistad® Gel, Kneipp® Gastropressan, Magen-Darm-Tee, Magen-Tee Stada®, Matmille® Salbe, Matmille® Bad, Sagitta Kamillbad, Transpulmin® Kinderbalsam N, Trauma-cyl-Salbe, Varicylum® S Salbe, Vier-Winde-Tee, Wund-Heilsalbe S

Hinweis(e)

Die Sensibilisierungspotenz der echten Kamille ist sehr gering. Hauptursache für Kontaktallergien ist das Sesquiterpenlacton Anthecotulid, das in der Echten Kamille nur in geringen Spuren, in der „stinkenden Hundskamille“ in hoher Konzentration vorhanden ist. Daneben besteht jedoch ein Risiko an Typ I – Sensibilisierungen durch Kamillenpollen. Ko-Sensibilisierungen zwischen Kamillenpollen mit Beifuß- und Birkenpollen sind dagegen nicht selten. Ursächlich scheint Bet v1 der Birkenpollen zu sein. 
 

Literatur
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  1. Aberer W (2008) Kontaktallergie und Arzneipflanzen. JDDG 6:15-24
  2. Hausen BM, Vieluf K (1997) Allergiepflanzen, Pflanzenallergene. Ecomed Verlag Landsberg/München S. 90–91
  3. Paulsen E (2002) Contact sensitization from Compositae-containing herbal remedies and cosmetics. Contact Dermatitis 47: 189-198
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Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017