Heublumensackauflage

Zuletzt aktualisiert am: 04.11.2016

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

Alle Autoren

Definition

Naturheilkundliches Therapieverfahren mit einer Auflage  die verschiedene Wiesengräser und den Wirkstoff Cumarin beinhaltet und zur Behandlung von rheumatischen Erkrankungen, Muskelverspannungen, Gelenkarthrosen, von Menstruationsbeschwerden, chronischen Lebererkrankungen, vegetativer Dystonie, funktionellen Magen-Darm-Beschwerden verwendet wird.
Der würzige Geruch von geschnittenen Wiesengräsern sowie der Hauptwirkstoff Cumarin entstehen durch einen Fermentationsprozess beim Trocknen der Gräser. Der Heublumensack ist als Auflage oder Wickel möglich.
 

Wirkungen

Schmerzlindernd, durchblutungssteigernd mit erhöhtem Gewebestoffwechsel, Tonusminderung der Muskulatur, Elastizitätszunahme des Bindegewebes, Beruhigung und Entspannung, reflektorische Organwirkung.
 

Durchführung

Materialien: fertiger Heublumensack, Heublumen, Leinen- oder Baumwollbeutel, Frotteetuch als Zwischentuch, Molton-Außentuch (oder Badetuch), breiter Topf mit Sieb zum Auflegen oder Dampfdrucktopf mit Siebeinsatz, Spezialdampfwärmer für Kliniken (Heublumensack wässern und dämpfen).
Durchführung: Heublumen in den Stoffbeutel füllen. Beutel nur zur Hälfte füllen, sodass er nicht zu prall wird, wenn der Inhalt befeuchtet wird und aufquillt. Stoffbeutel an der schmalen Kante zunähen. Wasser in einem Topf aufkochen lassen, Sieb auf den Topf legen und darauf den Heublumensack. Über heißem Dampf circa 30 bis 60 Minuten befeuchten und erhitzen. Den Sack vorsichtig auf die läsionale Stelle auflegen. Über den Heublumensack das Frotteetuch als Feuchtigkeitsschutz legen. Mit Molton-Außentuch gut fest wickeln. Zur Verlängerung der Feucht-/Warmanwendung kann eine Wärmeflasche bzw. ein Wärmeträger zwischen dem Innen und Außentuch gelegt werden.
Nachbehandlung: Heublumensa ck abnehmen, Außenwickeltuch wieder Anlegen. Nachruhe etwa 30 Minuten.
Dauer und Häufigkeit: 20 bis 40 Minuten oder solange der Wickel als angenehm empfunden wird. Auflagen werden1 bis 3-mal täglich durchgeführt.
 

Kontraindikation

Allergie gegen Heublumen, akute Neuralgie (hier besser Kälteanwendungen), instabiler Kreislauf, Gerinnungsstörungen (bei Therapie mit Vitamin-K-Antagonisten" besteht keine Gefahr der erhöhten Blutungsgefahr).

Literatur
Für Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir Kopernio Kopernio

  1. Beer AM (Hrsg.) Leitfaden Naturheilverfahren für die ärztliche Praxis, Urban und Fischer Verlag 2012, S. 43.

Verweisende Artikel (2)

Auflagen; Graminis flos;
Abschnitt hinzufügen

Autoren

Zuletzt aktualisiert am: 04.11.2016