Gerbstoffe, pflanzliche

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Catechingerbstoffe; Gerbstoffe natürliche; Tannine

Definition

Natürliche Gerbstoffe, die aus wasserunlöslichen , schwach sauer reagierenden, phenolischen Substanzen bestehen, die mit dem Kollagen der Haut in Wechselwirkung treten.  

Aufgrund des chemischen Aufbaus kann man die pflanzlichen Gerbstoffe in 4 Hauptgruppen Gruppen einteilen:

Hydrolysierbare Gerbstoffe

  • Gallotannine: Hierbei sind  Gallussäure oder ihre Derivate (Gerbsäure) mit Zucker oder Zuckeralkoholen verestert.
  • Ellagitannine (Ellagengerbstoffe). Hierbei tritt an Stelle der Gallussäure die Ellagensäure

Nicht-hydrolisierbare Gerbstoffe (kondensierte Gerbstoffe):

  • Nicht-hydrolisierbare Gerbstoffe enthalten statt Gallussäuren oder Ellagensäuren hauptsächlich Catechine wie Catechin und Isomere wie Epicatechin. Bei Behandlung mit verdünnten Säuren kommt es zur Polymerisation der Grundbausteine.

Komplexe Gerbsäuren: 

  • Diese enthalten Strukturelemente sowohl der hydrolisierbaren wie auch der nicht-hydrolisierbaren Gerbstoffen.

Kaffeesäure-und Phloroglucin-Derivate:

  • Diese eigenständige Substanzgruppe hat eine schwächere adstringierende Wirkung. Hierzu gehören u.a. die Chlorogensäure und die Rosmarinsäure.

Vorkommen

Natürliche Gerbstoffe kommen vor z.B. in Blättern, Hölzern, Rinden, Früchten und Wurzeln von Pinaceae, Rosaceae (Tormentillae rhizoma), Hamamelidaceae (Hamamelidis cortex s.u. Hamamelis), Lamiaceae u.a. Weiterhin in Bananen, Rosskastanien (Castaneae folium), in der Eichenrinde (Quercus cortex) in Teesortesorten wie schwarzem und grünem Tee. Auch in pflanzlichen Abbauprodukten wie Torf können Gerbstoffe nachgewiesen werden.

Natürliche Gerbstoffe finden breite arzneiliche Verwendung (s.u. Gerbstoffdrogen)  

Gerbstoffe im Wein: Weine enthalten Tannine als Bestandteile aus Stielen, Kernen und Beeren der Weinpflanze, die zum Geschmack des Weines beitragen. 

Sonstige Nutzung von natürlichen Gerbstoffen: Einige Tannine bilden mit Metallsalzen, hauptsächlich mit Eisensalzen, stabile Farbkomplexe. Diese Komplexe wurden früher für die Herstellung von Schreibtinte verwendet.

 

Hinweis(e)

Die Bezeichnung Tannin wird umgangssprachlich vielfach mit den pflanzlichen t.Gerbstoffen gleichgesetzt

Literatur
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  1. de Jesus NZ et al.(2012)  Tannins, peptic ulcers and related mechanisms. Int J Mol Sci 13:3203-3228.
  2. Sieniawska E (2015) Activities of Tannins--From In Vitro Studies to Clinical Trials. Nat Prod Commun 10:1877-1884.
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