Enzymtherapie

Zuletzt aktualisiert am: 12.03.2017

Autoren: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer, Prof. Dr. med. Martina Bacharach-Buhles

Alle Autoren

Synonym(e)

Enzympräparate

Definition

Behandlungsverfahren, das auf der Zufuhr pflanzlicher (Bromelain, Papain) oder tierischer Enzyme (Trypsin, Chymotrypsin, Serrapeptase) oder aber aus Pilzen wie Amylase und Lipase beruht. Wissenschaftlich anerkannt ist die i.v.-Gabe von Enzymen zur Behandlung von Thrombosen und Embolien sowie die topische Applikation zur Reinigung chronischer Wunden.

Wirkungen

Antiinflammatorisch, antiödematös, analgetisch, Verbesserung der Resorption von Hämatomen, bei Tumorpatienten wurde eine Erhöhung des TNF nachgewiesen.

Indikation

Entzündliche, degenerative und tumoröse Erkrankungen. Trypsin-Bromelain: Entzündliche Ödeme, Hämatome, Polyarthritis, M. Bechterew, AVK, Operationen, Virusinfekte.

Kontraindikation

Schwangerschaft, Hämophilie, Marcumartherapie, Antikoagulanzien, Leberfunktionsstörungen, Kreatinin > 1,8.

Tabellen

Enzym

Herkunft

Indikation

Präparat

Nebenwirkungen

Bromelain

Ananas

Thromboembolie, entzündliche Schwellungen

Traumanase forte

gelegentlich Magenbeschwerden, Diarrhoen, allergische Reaktionen

Bromelain POS

Clostridiopeptidase

Clostridium histolyticum

Ulkus- und Wundbehandlung lokal

Iruxol N

Schmerzen, Brennen oder Hautreizungen

Papain

Saft der unreifen Früchte von Carica papaya

bei Autoimmunerkrankungen

Wobe-Mugos (Kombination mit Trypsin u. Chymotrypsin)

Stuhlveränderungen in Beschaffenheit, Farbe und Geruch; Völlegefühl, Blähungen; vereinzelt Übelkeit; Pruritus, Urtikaria, Angioödem

Störungen der Verdauungsfunktion

Chol-Arbuz NF (Kombination mit Pankreaspulver)

Serrapeptase

Seidenraupe

rheumathoide Arthritis, entzündliche Autoimmunerkrankungen wie Colitis ulcerosa, Psoriasis, entzündliche Schwellungen, Eiterungen (Zusatztherapie zur antibiotischen oder operativen Therapie), postoperative Entzündungen, Sinusitis, Zahnentzündungen, Brustschwellungen u. Laktationsbeschwerden im frühen Wochenbett aufgrund von hormonal bedingten Stauungszuständen, Zystitis (Zusatzmedikation zur Antibiotika-Therapie)

Aniflazym

selten: Übelkeit (Nausea), Erbrechen, Diarrhoe; vereinzelt: Exantheme, Erytheme, Urtikaria, Juckreiz, Atembeschwerden, Ödeme; in Einzelfällen: Stevens-Johnson-Syndrom, Lyell-Syndrom, Löffler-Syndrom, Pneumonitis, anaphylaktischer Schock

Streptokinase/Streptodornase

Streptokokken

Ulkus- und Wundbehandlung lokal

Varidase

Brennen und Schmerzen im Wundgebiet, allergische Reaktionen (ca. 2-5% der Pat.)

Trypsin

Pankreas (Schwein, Rind)

Systemische Langzeitbehandlung bei Tumoren, Zusatzbehandlung während der Strahlentherapie, Metastasenprophylaxe, Unterstützung bei Entzündungen (Abszesse, Fisteln, Nekrosen u. Virusinfektionen (z.B. Herpes zoster).

Wobenzym (Kombination mit Pankreatin, Chymotrypsin, Bromelain, Papain, Rutosid)

Stuhlveränderungen in Beschaffenheit, Farbe und Geruch; Völlegefühl, Blähungen

Wobe-Mugos (Kombination mit Chymotrypsin u. Papain)

Phlogenzym (Kombination mit Bromelain u. Rutosid)

Verweisende Artikel (3)

Enzyme; Enzympräparate; Naturheilkunde;
Abschnitt hinzufügen

Autoren

Zuletzt aktualisiert am: 12.03.2017