Diacerein

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autoren: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer, Prof. Dr. med. Martina Bacharach-Buhles

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Synonym(e)

Diacereinum; Diacetylrhein

Definition

Diacerein ein Wirkstoff aus der Rharbarwurzel (Rhei radix) gehört zu der Gruppe der Anthrachinonderivate.  Diacerein ist ein diacetyliertes Rhein, ein Prodrug das im Körper zu seinem aktiven Metaboliten  Rhein umgewandelt wird. Diacerein wird auch als Diacetylrhein bezeichnet.

Wirkungen

Diacerein und sein Metabolit Rhein wirken entzündungshemmend, schmerzlindernd, antiarthrotisch, antioedematös und abführend. Die Wirkungen beruhen unter anderem auf der Hemmung von Zytokinen (z.B. IL-1beta), proteolytischer Enzyme und Sauerstoffradikale (Wirkungen bei topischer Applikation einer 1% Creme bei der Epidermolysis bullosa simplex). Rhein scheint ferner die Synthese von Knorpelbestandteilen zu begünstigen. 

Anwendungsgebiet/Verwendung

Diacerein wird zur Behandlung von degenerativen Gelenkserkrankungen (Arthrosen) eingesetzt. Die Droge wurde als 1% Applikationsform in einer kleineren klinischen Studie erfolgreich bei der Epidermolysis bullosa simplex (Typ Dowling-Meara) getestet. Berichtet wurden Effekte bei der Psoriasis, die weiterer klinischer Bestätigungen bedürfen. 

Unerwünschte Wirkungen

Diacerein ist ein bekanntes Abführmittel und kann deshalb bei anderen Indikationen v.a. zu Beginn der Behandlung Durchfall und Verdauungsbeschwerden als UAW auslösen. Das Anthrachinonderivat verfärbt den Urin bräunlich bis rötlich.

Kontraindikation

Diacerein ist bei Überempfindlichkeit, schwerer Leberinsuffizienz, entzündlichen Darmerkrankungen, bei Darmverschluss, bei schmerzhaften Unterbauchschmerzen unbekannter Ursache kontrainduziert. Weiterhin darf es bei Kindern und Jugendliche unter 18 Jahren und während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht verordnet werden.  

Handelsnamen

Diacerein ist in Österreich in Form von Kapseln im Handel (Verboril®, Artrolyt®).

 

 

Literatur
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  1. Falgarone G et al. (2001) Diacerein as a disease-modulating agent in osteoarthritis. Curr Rheumatol Rep 3:  479-483
  2. Moghddam SR et al. (2016)  Formulation and optimization of niosomes for topical diacerein delivery using 3-factor, 3-level Box-Behnken design for the management of psoriasis. Mater Sci Eng C Mater Biol Appl 69:789-797. 
  3. Pelletier JP et al. (2000) Efficacy and safety of diacerein in osteoarthritis of the knee: a double-blind, placebo-controlled trial. The Diacerein Study Group. Arthritis Rheum 43: 2339-2348.
  4. Spencer CM et al. (1997) Diacerein. Drugs 53: 98-106
  5. Wally V et al. (2013) Topical diacerein for epidermolysis bullosa: a randomized controlled pilot study. Orphanet J Rare Dis 8:69.
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