Bryoniae radix

Zuletzt aktualisiert am: 02.11.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Zaunrübenwurzel

Definition

Bryoniae radix ist der Extrakt aus der Zaunrübenwurzel (Broynia alba L).

Wirkungen

Wirksamkeitsbestimmende Inhaltsstoffe: Stark toxisch wirksame Triterpene (C30-Verbindungen)Curcurbitacine u.a. Brionin; Bryonidin, die in glykosidischer Bindung vorkommt. 

Wirkungsspektrum

Anwendung als Emetikum und Drastikum (inzwischen obsolet).

Unerwünschte Wirkungen

Nach Einnahme Schwindel, Erbrechen, heftige Koliken, stark dünnflüssige z.T. auch blutige Diarrhöen, Nierenschäden, Abort, Erregungszustände, Krämpfe.

Wirkungen auf die Haut: bei Berührungen Hautreizung mit Rötung und Blasenbildung.  

Hinweis(e)

Bryoniae radix wurde von der Kommmission E negativ verabschiedet.

Homöoopathie: 

In der Homöopathie wird Bryonia in entsprechenden Verdünnungen bei Atemwegserkrankungen und rheumatischen Beschwerden eingesetzt. 

Das homöopathische Einzelmittel wird typischerweise in Form von kleinen Streukügelchen (Bryonia-Globuli) angewendet (Bryonia-D6- oder Bryonia-D12). Eine weitere Art es als Einzelmittel einzusetzen, sind homöopathische Tropfen oder Tabletten.

Aufgrund der besonderen Wirkung der Bryonia-Homöopathie bei Erkältungskrankheiten findet man Bryonia in vielen homöopathischen Kombinationsmitteln (Tabletten, Globuli, Tropfen), die zur Behandlung von grippalen Infekten und Husten angeboten werden. Ebenso werden homöopathische Salben bei Beschwerden und Verletzungen am Bewegungsapparat angewendet werden.

Bryonia D6 kann bei akuten Symptomen halbstündlich eingenommen werden, aber insgesamt nicht öfter als 10 x innerhalb von 24 Stunden.

Indikationen: Gelenkentzündungen, Hexenschuss, Sehnenscheidenentzündungen, Verstauchungen, Verrenkungen und Prellungen, Bauchschmerzen, Erkältungen und grippale Infekte, Husten und Bronchitis, Halsschmerzen, Zahnschmerzen, Kopfschmerzen und Migräne, Bindehautentzündungen, Brustentzündungen, Verdauungsbeschwerden, Gallenbeschwerden, Durchfall, Verstopfung

Literatur
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  1. Ammon H et al (2014).  Hunnius Pharmazeutisches Wörterbuch. Walter de Gruyter GmbH Berlin/Boston, S 307
  2. Roth L et al. (1994) Giftpflanzen, Pflanzengifte. Nikol Verlagsgesellschaft GmbH Hamburg, S 176  
  3. Schilcher H (2015) Von der Kommission E negativ verabschiedete Drogen. In: Leitfaden Phytotherapie. Urban und Fischer Verlag München, S. 379

Weiterführende Artikel (1)

Triterpene;
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