Benediktenkraut

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

Alle Autoren

Synonym(e)

Benediktendistel; Bitterdistel; Blessel thistle; Cnicus benedictus

Vorkommen

Mittelmeerraum, Vorderasien. Wird in Europa und in den USA auch feldmäßig angebaut.

Anwendungsgebiet/Verwendung

Bereits im Mittelalter in der Medizin angewandt, zählt daher zu den ganz alten Arzneipflanzen. Früher u.a. äußerlich bei Ulzera und Perniones eingesetzt. Heute ist das Kraut noch offizinell (Herba Cardui benedicti). Das Hauptaugenmerk der heutigen Anwendung liegt auf der Bitterwirkung. Daneben gelegentlich verwendet als Cholagogum und Gallentherapeutikum, in Kombination mit anderen Pflanzen in einigen Fertigpräparaten sowie als Tee und Kräuterkur.

Unerwünschte Wirkungen

Der Bitterstoff Cnicin wurde bereits im Jahre 1837 isoliert. Später sind weitere Bitterstoffe nachgewiesen worden, die sich alle als Verbindungen der Sesquiterpenlaktonklasse herausstellten. Charakteristisch für diese ist, dass sie wahrscheinlich in der Pflanze glykosidisch gebunden vorliegen und bereits im Blatt polimerisieren. Cnicin, das allergologisch noch nicht vollständig untersucht ist, stellt möglicherweise ein relativ schwaches Kontaktallergen dar, da die immunologisch wichtige Methylengruppe am Laktonring durch die längere Seitenkette am benachbarten C-Atom sterisch gehindert wird. Sensibilisierungspotenz: Stark. Sensibilisierungshäufigkeit: Sehr selten.

Klinisches Bild

Allergisches Kontaktekzem und Phototoxizität.
Abschnitt hinzufügen

Autoren

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017