Atopie T78.4

Zuletzt aktualisiert am: 19.01.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

Alle Autoren

Definition

Familiär gehäufte Disposition zur Überempfindlichkeit von Haut und Schleimhaut. Es besteht eine erhöhte Neigung zur Typ I-Sensibilisierbarkeit gegenüber Allergenen. Die Atopie kann sich als Rhinitis und Konjunktivitis allergica, als allergisches Asthma bronchiale und/oder als atopische Dermatitis manifestieren. Die Prävalenz der Atopie beträgt ca. 25-30% der Gesamtbevölkerung. Die Tendenz gilt als steigend.

Klinisches Bild

Atopie Stigmata/Hinweise sind:

  • Weißer Dermographismus
  • Pelzkappenartiger Haarbesatz
  • Halonierte Augen
  • Hyperlineares Handflächenrelief, bei zarten Handflächen
  • Grau-weißliches Hautkolorit
  • Akrozyanose
  • Positive Pricktestung bei inhalativen und nutritiven Allergenen
  • IgE erhöht.

Atopische Minimalformen

  • Sebostase mit pityriasiformer Schuppung
  • Ohrläppchenrhagaden
  • Hyperkeratotische Fingerkuppen mit Neigung zur Rhagadenbildung (Dermatitis hiemalis)
  • Hyperhidrose der Hände und Füße sowie Dyshidrose
  • Gedoppelte Lidfalte (Dennie-Morgan-Falte)
  • Lidekzem (meist begleitet von einer periorbitalen Verschattung s.o.)
  • Ausgedünnte laterale Augenbrauen (Hertoghesches Zeichen)
  • Cheilosis mit schuppig erosiven Veränderungen der Lippen bis hin zur Bildung von Mundwinkelrhagaden (Perlèche)
  • Dirty neck
  • atopische Genitalekzeme 

Therapie

Hinweis(e)

Die Bezeichnung "Atopie"  wird von "atopos", der falsche Ort, abgeleitet und meint das Ungewöhnliche.  

Es wird diskutiert, ob eine Assoziation zwischen Atopie und Urtikaria vorliegt. In einer Studie wurde berichtet, dass 23% aller Patienten mit chronisch rezidivierender Urtikaria Atopiker waren (entspricht der Allgemeinbevölkerung).

Literatur
Für Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir Kopernio Kopernio

  1. Buss YA et al. (2007) Chronic urticaria-which clinical parameters are pathogenetically relevant? A retrospective investigation of 339 patients. J Dtsch Dermatol Ges 5: 22-27
  2. Jackola DR et al. (2004) Allergen Skin Test Reaction Patterns in Children (≤ 10 Years Old) from Atopic Families Suggest Age-Dependent Changes in Allergen-IgE Binding in Early Life. Int Arch Allergy Immunol 132: 364-372
  3. Montealegre F et al. (2004) Comparative prevalence of sensitization to common animal, plant and mould allergens in subjects with asthma, or atopic dermatitis and/or allergic rhinitis living in a tropical environment. Clin Exp Allergy 34: 51-58
  4. Peebles RS Jr (2004) Viral infections, atopy, and asthma: Is there a causal relationship? J Allergy Clin Immunol 113: S15-18
  5. Rödinger C et al. (2013) Atopische Dermatitis - State of the Art. Kompendium Dermatologie 9: 6-8 
  6. Sackesen C et al. (2004) Decreased prevalence of atopy in paediatric patients with familial Mediterranean fever. Ann Rheum Dis 63: 187-190
  7. Wright AL (2004) The epidemiology of the atopic child: Who is at risk for what? J Allergy Clin Immunol 113: 2-7

Verweisende Artikel (1)

Anaphylaxie;

Disclaimer

Bitte fragen Sie Ihren betreuenden Arzt, um eine endgültige und belastbare Diagnose zu erhalten. Diese Webseite kann Ihnen nur einen Anhaltspunkt liefern.

Abschnitt hinzufügen

Autoren

Zuletzt aktualisiert am: 19.01.2018