Althaeae radix

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Althaeae folium; Altheaewurzel; Eibischblätter; Eibischwurzel; Marshmallow roots (engl.); Radix Althaeae; Radix Bismalvae

Definition

Althaeae radix, auch Eibischwurzel genannt, wird aus der Malvenart Altaeae officinalis, dem Echten Eibisch gewonnen. Althaea radix ist eine Droge, die in pflanzlichen Arzneimitteln zur Behandlung von Schleimhautentzündungen und trockenem Reizhusten verwendet. Zur Anwendung kommen die zerkleinerte Droge, Fluidextrakte, Trockenextrakte. 

 

Inhaltsstoffe

Die Eibischwurzel enthält bis zu 15 % Membranschleim in den Wurzeln (Galacturonorhamnan, Arabinogalactan), dazu gehören neben einem Gemisch verzweigter Glykane auch Saccharose (etwa 10%), Stärke und 10% Pektine. Weitere Inhaltsstoffe sind Flavonoide.

Wirkungen

Althaeae radix wirkt reizhemmend und entzündungshemmend.

Anwendungsgebiet/Verwendung

Althaeae radix wird den Vorgaben der Kommission E entsprechend bei Schleimhautentzündungen im Mund- und Rachenraum sowie bei leichten Entzündungen der Magenschleimhaut eingesetzt. Volkstümlich findet die Eibischwurzel bei trockenem Reizhusten Anwendung und wirkt als erweichendes Mittel bei Wunden und trockener Haut. 

Dosierung

Die gebräuchliche Tagesdosis liegt bei 6 g der Wurzeln und 5 g der Blätter. Die Einzeldosis Eibischsirup liegt bei 10 g.

Unerwünschte Wirkungen

Es sind keine unerwünschten Wirkungen bekannt

Wechselwirkungen

Bei gleichzeitiger Einnahme anderer Medikamente kann deren Resorption verzögert werden.

Rezeptur(en)

Die fixe Kombination Primelwurzel+Eibischwurzel+Anis besteht aus:

wirkt leicht krampflösend, reizlindernd, antibakteriell und sekretolytisch. Darüber hinaus hemmt sie die mukoziliäre Aktivität, wirkt expektorierend und wird bei einer leichten Katarrhe der oberen Atemwege und bei einem trockenen Reizhusten eingesetzt.

Hinweis(e)

Diabetiker müssen den Zuckergehalt des Eibischsirups beachten.
Eibischwurzeln sollten nicht heiß als Teeaufguss verwendet oder abgekocht werden, da wegen des hohen Stärke- und Pektinanteils eine dickflüssige, zähe Schleimzubereitung entsteht.

Literatur
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  1. Deters A et al.(2010) Aqueous extracts and polysaccharides from Marshmallow roots (Althea officinalis L.): cellular internalisation and stimulation of cell physiology of human epithelial cells in vitro. J Ethnopharmacol 127:62-69.

  2. Hage-Sleiman R et al.(2011) Pharmacological evaluation of aqueous extract of Althaea officinalis flower grown in Lebanon. Pharm Biol 49:327-333.

  3. Hermann PT et al. (2014) Hunnius Pharmazeutisches Wörterbuch, 11. Auflage, De Gruyter Verlag S. 70
  4. Pakrokh Ghavi P (2015) The extraction process optimization of antioxidant polysaccharides from Marshmallow (Althaea officinalis L.) roots. Int J Biol Macromol 75:51-57.
  5. Schilcher H (2016) Leitfaden Phytotherapie, Urban & Fischer Verlag München, S. 112 ff.
  6. Sutovská M et al.(2009) Possible mechanisms of dose-dependent cough suppressive effect of Althaea officinalis rhamnogalacturonan in guinea pigs test system. Int J Biol Macromol. 45:27-32.
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