Agrimoniae herba

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Ackerkraut; Folia Agrimoniae; Fünffingerkraut; Griechisches Leberkraut; Herba Agrimoniae; Herba Eupatoriae; Odermennigkraut; Otterminze; Sängerkraut; Schafklette; Steinwurz; Steinwurzel; Stubkraut; Windenkraut; Zehrkraut; Zöpfchen

Definition

Agrimoniae herba, auch Odermennigkraut genannt, ist eine von der Kommission E positiv monographierten Droge, die in pflanzlichen Arzneimitteln unter anderem zur Behandlung von Durchfallerkrankungen und Schleimhautentzündung eingesetzt wird. Die Droge besteht aus den wührend der Blütezeit geschnittenen und getrocknenten Sprosspitzen der oberirdischen Pflanze.  

Inhaltsstoffe

Agrimoniae herba enthält 4% bis 10 % Catechingerbstoffe (nach Ph. Eur. mindestens 2 %), Flavonoide, Phenolcarbonsäuren und Triterpene, darunter Ursolsäure.

Wirkungen

Agrimoniae herba stillt vorhandenen Juckreiz bei entzündlichen Hauterkrankungen (Komission E, ESCOP), hat eine mide anästhesierende Wirkung, wirkt darüber hinaus adstringierend, antiphlogistisceh, bakteriostatisch und antiviral.

Anwendungsgebiet/Verwendung

Odermennigkraut findet nach Vorgaben der Komission E bei leichten, unspezifischen und akuten Durchfallerkrankungen, leichten Entzündungen der Haut und bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut Anwendung. Nach ESCOP-, WHO- und HMPC-Monographien wird Odermennigkraut auch zur äußeren Anwendung als Kompresse oder als Spülung zur Unterstützung der Wundheilung verwendet.

Dosierung

Die Tagesdosis der Droge Odermennigkraut liegt zwischen 3 und 6 g. Bei einer äußeren Anwendung mehrmals täglich Umschläge mit einem 10 %-igen Dekokt verwenden.

Unerwünschte Wirkungen

Photoallergische Reaktionen nach lokaler Appliktation der Droge und nachfolgender UV-Exposition möglich. 

Kontraindikation

Es sind keine Kontraindikationen bekannt.

Wechselwirkungen

Es sind keine Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten bekannt. Bei einer inneren Anwendung ist jedoch eine Resorptionshemmung anderer, gleichzeitig eingenommener Medikamente möglich.

Literatur
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  1. Bae H et al. (2010) Inhibitory effect of
    Agrimoniae Herba on lipopolysaccharide-induced nitric oxide and proinflammatory cytokine production in BV2 microglial cells. Neurol Res 32 Suppl 1:53-57.

  2. Granica S et al. (2015) The phytochemical investigation of Agrimonia eupatoria L. and Agrimonia procera Wallr. as valid
    sources of Agrimoniae herba--The pharmacopoeial plant material. J Pharm Biomed Anal 114:272-279.

  3. Qu D et al.(2014) Synthesis and in vitro antineoplastic evaluation of silver nanoparticles mediated by Agrimoniae herba extract. Int J Nanomedicine. 9:1871-1882.https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24790429

  4. Schilcher H (2016) in:  Leitfaden Phytotherapie, Urban & Fischer Verlag  München,  S. 233 f.

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