Nonylphenolethoxylate

Zuletzt aktualisiert am: 02.01.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

NPE; NPEO

Definition

Nonylphenolethoxylate stellen eine Gruppe von nichtionischen Tensiden dar, die sich von den Nonylphenolen ableiten. Sie unterscheiden sich in der Anzahl der hydrophilen Ethoxy-Einheiten der Polyethylenglycol-Seitenkette. Ihre häufigsten in der Kosmetik zur Anwendung kommenden Vertreter sind:

  • Nonoxinol-1 bis Nonoxinol-18
  • Nonoxinol-35 (INCI)
  • Nonoxinol-120 (INCI)

Anwendungsgebiet/Verwendung

In der Kosmetik finden die unterschiedlichen Nonylphenolethoxylate als Tenside, Lösungsvermittler, Emollienzien und Emulgatoren Verwendung.  

Allgemeine Verwendung: Nonylphenolethoxylate (Nonoxinole) finden ihre häufigste Verwendung in Reinigungsmitteln. Im Jahr 2003 wurde die Verwendung von Nonylphenolethoxylaten und Nonylphenolen auf Grund ihrer Toxizität in der EU stark eingeschränkt (Mitteilungen des Umweltbundesamtes).

Toxizität: Nonylphenolethoxylate (NPnEOs) gelangen in relevanten Konzentrationen in die Abwässer. NPnEOs werden u.a. in den Kläranlagen zu dem toxischen 4-n-Nonylphenolen abgebaut. Es bestehen offenbar erhebliche saisonale Schwankungen in der Zusammensetzung und in der Konzentration von Nonylphenol ethoxylates (NPnEOs) in den Abwässern (Gao DW et al. 2017).

Insbesondere problematisch ist die hohe Bioakkumulationsfähigkeit der Substanzen, ihre Hormonaktivität (östrogene-Wirkung) sowie ihre organtoxischen Effekete (Nachweis heptatotoxischee Wirkungen auf Wasserorganismen: Bernabò I et al. 2014).

Die hormonelle Wirkung auf Fische ist seit Mitte der 80iger des letzten Jahrhunderts bekannt. Sie kann zu Missbildungen führen. Weiterhin kann die Fortpflanzung der Fische beeinflusst werden. Auf Initiative des UBA wurden diese Chemikalien in der Europäischen Chemikalienverordnung (REACH= Akronym für „Regulation concerning the Registration , Evaluation , Authorisation and Restriction of Chemicals“) als besonders besorgniserregende Stoffe für die Umwelt charakterisiert. Die Stoffe gelten unabhängig von ihrer Umweltkonzentration allein aufgrund ihrer Stoffeigenschaften – hier also der hormonellen Wirkung – als besonders besorgniserregend.

Antal B (2016) konnten mittels Real-time Massenspektrometrie Nonylphenolethoxylate in nennenswerten Konzentrationen in Textilien nachweisen. Bemerkenswert ist, dass Rückstände von Nonylphenolethoxylaten v.a. in Textil-Produkten aus Billiglohnländern nachgewiesen werden.

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