Glycosaminoglycans (INCI)

Zuletzt aktualisiert am: 03.11.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

Alle Autoren

Synonym(e)

GAGs; GAGsGlykosaminoglykane; Glycosaminoglykane; Glykosaminoglykane; Mucopolysaccharide

Definition

Glykosaminoglykane (GAGs) stellen eine Gruppe hochmolekularer Stoffe, die aus sich wiederholenden, linearen  Disaccharid-Einheiten aufgebaut sind. Die Disaccharid-Wiederholungseinheiten bestehen aus Estern einer Uronsäure, die 1-4-glykosidisch miteinander verbunden sind.  Meist handelt es sich hierbei um Glucuronsäure, seltener um Iduronsäure. Die Disaccharid-Einheiten sind 1-3-glykosidisch mit einem Aminozucker (z.B. N-Acetylglucosamin) verbunden. Glykosaminoglykane sind häufig mit Schwefelsäure oder Essigsäure weiter verestert.

Durch die zahlreichen Hydroxyl-, Carboxy- oder Sulfatgruppen-Seitenketten sind die Glycosminoglycan-Moleküle negativ geladen. Glycosaminoglykane bilden mit Proteinen Glykoproteine und Proteoglycane.

Allgemeine Information

Medizinisch: Erkrankungen die mit Störungen des Stoffwechsels der Glycosaminoglycane verbunden sind (Lysosomale Speicherkrankheiten):

M. Pfaundler-Hurler: Bei der autosomal-rezessiv vererbte Mutationen des α-Iduronidase Gens (Genlokus: 4p16.3) M. Pfaundler-Hurler) der lysosomalen Speicherkrankheit (Mukopolysaccharidose Typ I) lagern sich die Glykosaminoglycane Dermatansulfat und Heparansulfat lysosomal in der Haut und in inneren Organen ab.

M. Hunter: Bei dem Morbus Hunter, einer mutationsbedingten Fehlexpression der lysosomale Iduronat-2-Sulfatase (Genlokus Xq27.3-28), kommt es ebenfalls zu einem gestörten Abbau der Glykosaminoglykane Dermatansulfat und Heparansulfat. Hieraus resultieren progrediente Organschäden, v.a. der Nieren, Leber, Lunge und des Skelettsystems.

Weitere Erkrankungen die mit Störungen des Stoffwechsels der Glycosaminoglycane verbunden sind:

Die Rolle der Glycosaminoglycane bei der Alzheimer`schen Erkrankung ist noch nicht endgültig geklärt.

KosmetiK. Glycosaminglycane werden in kosmetischen Rezepturen eingesetzt. Sie wirken als Emolliens (machen die Haut geschmeidig und glätten sie), Filmbildner (sie bilden beim Auftragen einen Film auf Haut, Haar oder Nägeln) und Hautpflegmittel.

Abschnitt hinzufügen

Autoren

Zuletzt aktualisiert am: 03.11.2017