Tadalafil

Zuletzt aktualisiert am: 01.02.2019

Autor: Tarik Farrag

Alle Autoren

Definition

Tadalafil gehört zur Gruppe der Phosphodiesterase-5-Hemmer (PDE-5-Hemmer), welches für folgende Erkrankungen Anwendung findet: 1. Erektile Dysfunktion 2. Pulmonal-arterielle Hypertonie (PAH) 3. Benignes Prostatasyndrom.

Grundsätzlich führen PDE-5-Hemmer über intrazelluläre Signalkaskaden und eine daraus resultierende Erhöhung von NO und cGMP zu einer Vasodilatation der Gefäße.

Allgemeine Information

1. Erektile Dysfunktion: Neben Sildenafil und anderen PDE-5-Hemmern steht auch Tadalafil zur Behandlung der erektilen Dysfunktion zur Verfügung. Physiologisch beendet PDE-5 über den Abbau von cGMP eine Erektion. Bei einer erektilen Dysfunktion kann nun über die Inhibition von PDE-5 der Abbau von cGMP verhindert werden und über eine Vasodilatation eine Erektion verlängert oder überhaupt ermöglicht werden.

2. Pulmonalarterielle Hypertonie: Zur Therapie der PAH wird Tadalafil in der Dosierung 40 mg/d angewendet, da dies die Wirkung von vasodilatativem endogenen NO verlängert, und so zu einer Senkung des pulmonalen Widerstands führt. Durch diese Wirkungsweise sinkt der Blutdruck im Lungenkreislauf und Symptome wie Dyspnoe (Atemnot) und Leistungsverlust lassen nach. Hier muss dringend beachtet werden, dass keine Co-Medikation mit Riociguat besteht.

3. Benignes Prostatasyndrom: Seit 2014 ist bei diagnostisch gesichertem benignen Prostatasyndrom die Verordnung von Tadalafil 5 mg (Cialis®) zugelassen. Aufgrund der vielen Kontraindikationen ist Tadalafil hier jedoch weiterhin nicht das Mittel der ersten Wahl.

Der Wirkungseintritt von Tadalafil tritt nach ca. einer Stunde ein, die Halbwertszeit beträgt ca. 17,5 h, sodass eine Wirkung von bis zu 36 h erreicht werden kann. Tadalafil ist in Dosierungen von 5 bis 20 mg erhältlich, wobei die 5 mg Dosierung zur täglichen Einnahme geeignet ist, und so ein konstanter Wirkspiegel aufrechterhalten werden kann. Dies sollte bei den höheren Dosierungen jedoch vermieden werden.

Nebenwirkungen:

Die ausführlichen Nebenwirkungen werden hier nicht aufgeführt. Zu den häufigen und sehr häufigen Nebenwirkungen zählen Kopfschmerzen, verschwommenes Sehen, Palpitationen, Hautrötung, Rash, Blutdruckabfall, Schleimhautschwellungen der Nase, Übelkeit und Erbrechen sowie Muskel- und Rückenschmerzen. In gelegentlichen Fällen kann die Einnahme zu Tachykardien und plötzlichem Herztod führen.

Kontraindikationen:

Tadalafil darf nicht bei Unverträglichkeit gegen den Wirkstoff und ebenfalls nicht zusammen mit Nitraten verwendet werden, da sich das Risiko für einen Herzinfarkt erhöht und es zu einem starken Blutdruckabfall kommen kann. Ebenfalls Kontraindikationen sind Herzinfarkt innerhalb der letzten 90 Tage, Schlaganfall innerhalb der letzten 6 Monate, unkontrollierte Arrhythmien, Hypotonien, unkontrollierte Hypertonie, intabile Angina pectoris, Herzinsuffizienz NYHA >/= 2, Begleittherapie mit Guanylatcyclase-Stimulatoren (z.B. Riociguat), andere Erkrankungen, die eine sexuelle Aktivität verbieten sowie Sehverlust nach NAION.

 

Abschnitt hinzufügen

Autoren

Zuletzt aktualisiert am: 01.02.2019