Pregabalin

Zuletzt aktualisiert am: 07.02.2019

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

CAS-Nummer:148553-50-8

Definition

Pregabalin ein Gamma-Aminobuttersäure-Analogon, ein Antiepileptikum (steht in Form von Kapseln oder als Lösung zur Verfügung), das im zentralen Nervensystem die neuronale Erregbarkeit senkt. Dadurch wirkt es zugleich analgetisch, antiepileptisch, anxiolytisch und sedierend.

Halbwertzeit

Auf leeren Magen wird Pregabalin schnell resorbiert. Innerhalb einer Stunde ist die maximale Plasmakonzentration erreicht. Nach 24 bis 48 h wird bei wiederholter Einnahme ein Steady-State erreicht.  Nach etwa 6,5 Stunden ist bei nierengesunden Patienten die Halbwertszeit erreicht.

Wirkungsspektrum

Pregabalin bindet an eine Untereinheit spannungsabhängiger Calciumkanäle und hemmt so die Freisetzung von Neurotransmittern wie Glutamat, Noradrenalin und des Neuropeptids Substanz P.

Anwendungsgebiet/Verwendung

Pregabalin kommt bei Erwachsenen bei Epilepsie ohne sekundäre Generalisierung, peripheren und zentralen neuropathischen Schmerzen sowie generalisierten Angststörungen zum Einsatz.

Dosierung und Art der Anwendung

Kapseln oder Lösung mit Pregabalin können unabhängig von  den Mahlzeiten  2-3x/Tag eingenommen werden. Je nach Indikation liegt die empfohlene Dosis zwischen 150 und 600 mg.

Neuropathische Schmerzen: Therapiebeginn:  150 mg täglich, verteilt auf zwei oder drei Einzeldosen. Je nach individuellem Ansprechen und individueller Verträglichkeit kann die Dosis nach einigen Tagen verdoppelt werden. Nach zwei Wochen kann auf 600 mg täglich erhöht werden – dies ist die maximal empfohlene Dosis.

Epilepsie: Therapiebeginn: 150 mg täglich, verteilt auf zwei oder drei Einzeldosen. Je nach individuellem Ansprechen und individueller Verträglichkeit kann die Dosis nach einer Woche verdoppelt werden. Nach einer weiteren Woche kann auf 600 mg täglich erhöht werden – dies ist die maximal empfohlene Dosis.

Generalisierte Angststörungen: Therapiebeginn: 150 mg täglich, verteilt auf zwei oder drei Einzeldosen. Je nach individuellem Ansprechen und individueller Verträglichkeit kann die Dosis nach einer Woche verdoppelt werden. Nach einer weiteren Woche kann auf 450 mg täglich erhöht werden. Auf die maximal empfohlene Tagesdosis von 600 mg sollte erst nach Ablauf einer weiteren Woche erhöht werden.

 

Unerwünschte Wirkungen

Zu den häufigsten Nebenwirkungen unter Pregabalin-Therapie zählen:

Sehr häufig: Benommenheit, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen.

Häufig: Nasopharyngitis, Appetitsteigerung; Euphorie; Verwirrung; Reizbarkeit; Schlaflosigkeit; Libidoverlust; Ataxie; Koordinationsstörungen; Gedächtnisstörungen; Aufmerksamkeitsstörungen; Sedierung; erektile Dysfunktion; (periphere) Ödeme; Gangstörungen; Stürze

Seltener: Neutropenie; Überempfindlichkeit; Stimmungsschwankungen; kognitive Störungen; Sinusbradykardie; Herzinsuffizienz; Gesichtsrötung; Urtikaria; Hyperhidrose; Pruritus; Gelenkschwellungen

Selten: Angioödem

Hinweis(e)

Absetzen von Pregabalin: Es ist wichtig, Medikamente mit Pregabalin nicht abrupt abzusetzen sondern über eine Woche ausschleichen.

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