Poxviridae

Zuletzt aktualisiert am: 16.03.2020

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Pockenviren

Definition

Die Poxviridae (pox, engl. = Pocken), auch als Pockenviren bezeichnet, sind eine Virusfamilie, die der Gruppe der Nucleocytoplasmic large DNA viruses (NCLDV) zugerechnet wird. Poxviridae sind mit 400-500nm die größten Viren, die wir kennen.

Die Familie Poxviridae wird in die Subfamilien Entomopoxvirinae und Chordopoxvirinae eingeteilt. Nur in der Familie der Chordopoxvirinae finden sich humanpathogene Spezies .

Orthopoxvirus

  • Variolavirus (Primärwirt: Mensch - Pockenerkankung)
  • Vacciniavirus (Primärwirt: Mensch - Vakzinerkrankungen z.B. Eccema vaccinatum)
  • Kuhpockenvirus (Primärwirt: Kleinnager, evtl. Rind )
  • Affenpockenvirus (Primärwirt: Affen)

Parapoxvirus

  • Melkerknotenvirus (Primärwirt: Rind - Melkerknoten)
  • Orfvirus (Primärwirt: Schafe - Orf)

Yatapoxvirus

  • Tanapockenvirus (Primärwirt: wahrscheinlich Affen)

Molluscipoxvirus

Erreger

Poxviridae treten in mehreren Formen auf:

  • extrazelluläre Viren (extracellular enveloped viruses = EVs) mit 2 Lipidhüllen (Abb. C-2.43)
  • intrazelluläre reife Viren (mature viruses = MVs) mit einer Lipidhülle, die nach Lyse der Zielzelle auch extrazellulär zu finden ist
  • intrazelluläre, mit 3 Lipidhüllen versehene Viren (wrapped viruses = WVs).

Die Struktur der Poxviridae ist außerordentlich komplex. Die extrazellulären Viruspartikel (EV) besitzen eine linear aufgebaute ds (+/-) DNA mit einer Größe von 170-330nm die aus etwa 130.000 bis 375.000 Basenpaaren besteht. Das Nukleokapsid ist von viralen Proteinen umschlossen. In den konkaven Einbuchtungen des DNA-haltigen Kerns liegen sog. Lateralkörper, deren Funktion bis heute weitgehend noch unbekannt ist (s. Abb.). Lateralkörper und Kern werden von einer ersten Hülle eingeschlossen, in die unterschiedliche, nichtglykolysierte Proteine eingelagert sind. Die äußere Begrenzung des Partikels wird durch eine zweite Hülle hergestellt. Alle zur Familie der Poxviridae gehörenden Viren verfügen im Kern über eine Reihe von virusspezifischen Enzymen und regulatorische Proteine.

Disclaimer

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