Polyzystisches Ovarialsyndrom E28.2

Zuletzt aktualisiert am: 24.03.2019

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

CHA; Chronische hyperandrogenämische Anovulation; FOHA; Funktionelle ovarielle Hyperandrogenämie; PCOD; PCOS; PCO-Syndrom; Polycystic ovarian disease; Polycystic ovary syndrome; polyzystische Ovarien; Polyzystisches Ovar Syndrom; Stein-Leventhal Syndrom; Syndrom polyzystischer Ovarien

Definition

Akronym für "Polycystic ovary syndrome". PCOS ist eine der häufigsten Stoffwechselstörungen geschlechtsreifer Frauen, die durch unterschiedliche pathogenetische Mechanismen ausgelöst wird. Es ist die häufigste Ursache für erhöhte Androgenspiegel (Hyperandrogenismus), Zyklusstörungen und Unfruchtbarkeit bei der Frau.

Vorkommen/Epidemiologie

Bei 4-12% der Frauen im gebärfähigen Alter auftretend. Häufigste hormonelle Störung bei Frauen dieser Altersgruppe sowie häufigste Ursache für eine Unfruchtbarkeit aufgrund von Zyklusstörungen.

Ätiopathogenese

Die Pathogenese ist nicht vollständig geklärt. Eine erhöhte Serumkonzentration des LH bei gleichzeitig normalem FSH lässt sich in vielen, wenn auch nicht allen Fällen nachweisen. Vermutlich führt eine hyaline Verdickung der Basallamina zu einer FSH-Resistenz der Granulosazellen des Ovars und zu einer Dauerstimulation der LH-Ausschüttung (Konsequenz: Erhöhung der Androgenproduktion).

Manifestation

Ausschließlich bei Frauen auftretend. Übergewichtige Frauen sind deutlich häufiger betroffen.

Klinisches Bild

Nach Kriterien der Konferenz der "European Society of Human Reproduction and Embryology" (ESHRE) und der "American Society for Reproductive Medicine" (ASRM), liegt ein PCO-Syndrom vor, wenn 2 von 3 der folgenden Kriterien erfüllt werden:
  • Polyzystische Ovarien (ob polyzystische Ovarien vorliegen, kann vom Gynäkologen mittels Ultraschalldiagnostik festgestellt werden).
  • Oligo- und/oder Anovulation - chronische Zyklusstörungen in Form von Oligo-/Amenorrhoe.
  • Virilisierung (klinisches Zeichen des Hyperandrogenismus); ein Ausschluss von anderen Erkrankungen der Hypophyse, der Nebenniere und des Ovars ist zu fordern.
Klinisch zeigt sich die Virilisierung als Seborrhoe, Acne vulgaris, Hirsutismus oder als androgentische Alopezie.

Labor

Erhöhte Testosteron-, Androstendion-, Dehydroepiandrosteron-Sulfat- und Prolaktin-Spiegel. LH/FSH-Quotient: > 2 (nicht zwingend vorhanden).

Diagnose

Endokrinologische Abklärung.

Differentialdiagnose

Hinweis(e)

Es ist bekannt, dass Insulin die ovarielle Androgenproduktion zu stimulieren vermag. Daher misst man der Insulinresistenz mit nachfolgender Hyperinsulinämie (übermäßige Insulinproduktion) zunehmend Bedeutung in der Pathogenese des PCOS zu. Eine Hyperinsulinämie erhöht über die Verminderung der Synthese von Sexualhormon-bindendem Globulin (SHBG) in der Leber zudem den Anteil des freien Testosterons und vermehrt damit die Wirkung am Androgenrezeptor.

Disclaimer

Bitte fragen Sie Ihren betreuenden Arzt, um eine endgültige und belastbare Diagnose zu erhalten. Diese Webseite kann Ihnen nur einen Anhaltspunkt liefern.

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