Pembrolizumab

Zuletzt aktualisiert am: 31.08.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Anti-1 Antikörper; Immun-Checkpoint-Inhibitor; Keytruda®; PD-1 Antikörper

Definition

Wirkstoff aus der Gruppe der humanisierten monoklonalen Antikörper. In den USA zugelassen zur Behandlung eines nicht-resezierbaren oder metastasierenden Melanoms als Mittel der zweiten Wahl, nach Therapie mit Ipilimumab oder einem BRAF-Inhibitor. Bei Pembrolizumab handelt es sich um einen IgG4-Kappa Immunglobulin, das mit dem PD-1-Rezeptor auf T-Zellen interagiert (Eggermont et al. 2018).  

Wirkungen

Pembrolizumab hat antitumorale und immunmodulierende Eigenschaften. Es blockiert die Bindung der Liganden PD-L1 und PD-L2 an den PD-1-Rezeptor (programmed death receptor) auf T-Zellen.

Diesen Signalweg, auch Check-Point-Signalweg genannt, nutzen Tumorzellen zur Hemmung einer Immunantwort (Checkpoint-Modifier). 

Pembrolizumab bindet als  Antikörper an den PD-1-Rezeptor. Dadurch wird die T-Zell-Proliferation, die Zytokinbildung und die Immunantwort gegen die Krebszellen angeregt.

Die Halbwertszeit liegt bei 26 Tagen.

Bei einigen Pat. bei denen unter einer Anti-PD-1-Therapie ein Fortschreiten des Tumors festgestellt wurde, konnte eine mit der Resistenz zusammenhängende Funktionsverlustmutation nachgewiesen werden. Die Mutationen fanden in Genen statt, die die mit dem Interferon-Rezeptor verbundenen Janus-Kinasen JAK1 und JAK2 kodieren.  Eine weitere Mutation wurde in dem Gen gefunden, das das Antigen-präsentierende Beta-2-Mikroglobulin kodiert.

Unerwünschte Wirkungen

Müdigkeit, Husten, Übelkeit, Juckreiz, Hautausschlag, Appetitmangel, Verstopfung, Gelenkschmerzen, Durchfall. Unlängst wurde als Nebenwirkung Lichen planus pemphigoides unter einer Pembrolizmab-Therapie beschrieben (Schmidgen MI et all. 2017).

Präparate

2014 in den USA beim malignen Melanom zugelassen (Keytruda®), als Mittel der zweiten Wahl.

Literatur
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  1. Eggermont AMM et al. (2018) Adjuvant Pembrolizumab versus Placebo in Resected Stage III Melanoma. N Engl J Med 378:1789-1801. 
  2. Hamid O. et al. (2013) Safety and tumor responses with lambrolizumab (anti-PD-1) in melanoma. N Engl J Med  369: 134-144
  3. Robert C et al. (2014) Anti-programmed-death-receptor-1 treatment with pembrolizumab in
    ipilimumab-refractory advanced melanoma: a randomised dose-comparison cohort of a
    phase 1 trial. Lancet 384:1109-1117.
  4. Schmidgen MI et al. (2017) Pembrolizumab-induzierter Lichen planus pemphigoides bei einem Patienten mitmetastasiertem Melanom. J Dtsch Dermatol Ges 15:742-745.
  5. Zaretsky JM et al. (2016) Mutations Associated with Acquired Resistance to PD-1 Blockade in Melanoma. N Engl J Med 375:819-829

 

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