Leiomyomatose hereditäre mit Leiomyomen des Uterus D48.9

Zuletzt aktualisiert am: 01.02.2019

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Hereditäre Leiomyomatose mit Leiomyomen des Uterus; MCUL; Multiple cutaneous and uterine leiomyomatosis; Reed`s syndrome; Reed Syndrom

Definition

Autosomal dominantes Krankheitsbild (Choudhary S et al. 2013) das durch kutane, meist multiple, dissemnierte oder auch gruppierte, seltener streifenförmig angeordnete, 0,2 - 1,0 cm große, hautfarbene bis bräunliche, häufig druckschmerzhafte Knötchen gekennzeichnet ist. Wie bei der HLRCC (Hereditary leiomyomatosis and renal cell carcinoma), der hereditären Leiomyomatose mit Nierenzellkarzinomen, treten bei fast allen betroffenen Frauen Leiomyome des Uterus auf. Weiterhin kasuistisch beschrieben sind Assoziation mit einem ovariellen Cystadenom (Hüller C et al. 2011), mit einer Leiomyome des Magens sowie mit Kolonpolypen (Serra D et al. 2012).  

Ätiopathogenese

Der hereditären Leiomyomatose mit Leiomyomen des Uterus liegen, wie bei der HLRCC Keimbahnmutationen des FH Gens (Fumarathydratase-Gen) zugrunde. Das FH-Gen liegt auf Chromosom 1 (1q42.3-43), besteht aus 10 Exons und kodiert für das Enzym des Zitronesäurezyklus der Fumarathydratase. Von den nachgewiesenen 155 Mutationen sind 58% Missens-, 27% Frameshift - sowie 9% Nonsensemutationen. Eine Korrelation zwischen dem Genotyp der FH-Mutation und dem Phänotyp konnte bisher nicht eruiert werden.

Die Mutationen führen zu einer Akkumulation von Fumarat; dies führt über versch. Mechanismen zu einem Anstieg von HIF (Hypoxie-induzierter Faktor). Der erhöhte HIF-Spiegel wiederum induziert die Transkription von Wachstumsfaktoren wie VEGF (vascular endothelial growth factor) und GLUT-1 (glucose-transporter type 1), ein Zustand der bei der vorliegenden genetischen Disposition  zu den  entsprechenden Tumorproliferationen führt.     

Manifestation

Erstes Auftreten zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr; in einer größeren Studie (n= 108) lag der Zeitpunkt der Erstuntersuchung bei 24 Jahren. Progredienz im weiteren Verlauf an Größe und Zahl.

Literatur
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  1. Alam NA et al. (2005) Clinical features of multiple cutaneous and uterine leiomyomatosis: an underdiagnosed tumor syndrome. Arch Dermatol 141:199-206. 
  2. Collgros H et al. (2015) Multiple cutaneous and uterine leiomyomatosis or reed-syndrome: a retrospective study of 13 cases. Actas Dermosifiliogr 106:117-125. 
  3.  Choudhary S et al.(2013) Multiple cutaneous and uterine  leiomyomatosis syndrome: a review. J Clin Aesthet Dermatol 6:16-21. 
  4. Emer JJ et al. (2011) Reed's Syndrome: A Case of Multiple Cutaneousand Uterine Leiomyomas. J Clin Aesthet Dermatol 4:37-42.
  5. Hüller C et al. (2011) Cutaneous and uterine leiomyomatosis and  ovarian cystadenoma associated with deficiency of fumarate hydratase. Dermatol Pract Concept1: 25-27. 
  6. Serra D et al. (2012) Gastric leiomyoma and hyperplastic polyposis coli in a patient with multiple cutaneous and uterine leiomyomatosis. J Cutan Med Surg 16:208-211. 

Weiterführende Artikel (1)

Polypen des Kolons;

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