Lake-Louise-Kriterien

Zuletzt aktualisiert am: 24.04.2019

Autor: Dr. med. Leah Schröder-Bergmann

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Allgemeine Information

Die Kardio- MRT ist derzeit die beste nicht- invasive Untersuchungsform bei V. a. eine Myokarditis. Die Diagnose einer Myokarditis stellt aber selbst heutzutage noch eine Herausforderung dar. Deshalb werden die Befunde in der Kardio- MRT zum Vergleich der myokardialen Veränderungen und zur Standardisierung der Untersuchungsmethoden nach den sog. Lake- Louise- Kriterien bewertet. Diese Kriterien wurden erstmals 2009 durch ein Expertengremium erstellt und seitdem mehrfach angepasst worden (Schuler 2017).

Typischerweise lassen sich im Fall einer Myokarditis in der MRT folgende Befunde erheben:

  •  Ödem: In der T2- Wichtung zeigen sich entzündete Areale in der fettgesättigten T2- Wichtung hyperintens (Ödem); eine Ratio > 1,9 gilt als pathologisch und stellt einen Hinweis auf ein Myokardödem dar (Niebauer 2015)
  • Early Gadolinium Enhancement: Bei Bestehen eines Kapillarlecks kommt es zu einer Hyperämie (Pinger 2019). In der T1- Wichtung nach Kontrastmittelgabe wird die Aufnahme des Kontrastmittels in den entzündlichen Arealen gemessen und zu der Kontrastmittelaufnahme der Skelettmuskulatur ins Verhältnis gesetzt. Das normale Verhältnis liegt bei < 2,5, eine Early- Gadolinium – Enhancement mit Ratio über 4,0 bzw. einem absoluten Anstieg von > 45 % sprechen für eine Myokarditis (Herold 2018).
  • Late Gadolinium Enhancement: Ein late Gadolinium Enhancement zeigt einen irreversiblen Zellschaden an (Pinger 2019). Die entzündlich veränderten Areale des Myokards nehmen in den Delayed- enhancement- Sequenzen (auch late Gadolinium Enhancement genannt) Kontrastmittel auf, welches in der akuten Phase einer Myokarditis subepikardial erfolgt, besonders in den inferior- lateralen Wandabschnitten des linken Ventrikels.

Beim Myokardinfarkt hingegen liegt – im Gegensatz zur Myokarditis – die Anreicherung des Kontrastmittels typischerweise subendokardial und lässt sich einem Versorgungsgebiet der Koronararterien zuordnen (Puls 2010).

Bei unauffälligen Befunden in der Kardio- MRT und gleichzeitig bestehendem klinischen Verdacht auf eine Myokarditis oder bei nur einem positiven MRT- Kriterium wird die Kontrolle einer MRT nach 1- 2 Wochen empfohlen (Pinger 2019). Sowohl die T1- Wichtung als auch die T2- Wichtung haben ihre Grenzen bei einer gleichzeitig bestehenden Skelettmuskelentzündung (Niebauer 2015). Die Sensitivität der Lake- Louise- Kriterien liegt bei ca. 67 % und die Spezifität bei ca. 91 % (Schuler 2017). Die kardiale MRT stellt damit das höchste sensitive und auch spezifizierte Untersuchungsverfahren bei der Diagnostik einer Myokarditis dar (Zajonz 2016).
 

 

Hinweis(e)

Im Dezember 2018 erfolgte die derzeit letzte Revision dieser Kriterien. Dabei wurde das Late Gadolinium Enhancement als Einzelfaktor verlassen (Maintz 2019).

Literatur
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  1. Herold G et al. (2018) Innere Medizin Herold Verlag 233
  2. Maintz D (2019) MRT zur Myokarditis Diagnostik. MR 2019 Garmisch 18. MRT Symposium
  3. Niebauer J (2015) Sportkardiologie. Springer Verlag 179- 180
  4. Pinger S (2019) Repetitorium Kardiologie: Für Klinik, Praxis, Facharztprüfung. Deutscher Ärzteverlag. 433- 435
  5. Puls R et al. (2010) Granzkörper- MRT- Screening: Befunde und Zufallsbefunde. ABW Wissenschaftsverlag. 148- 149
  6. Schuler G (2017) Körperliche Aktivität und Krankheit. de Gruyter Verlag 274 - 275
  7. Zajonz T S (2016) Lake Louise Kriterien der kardialen Magnetresonanztomographie bei akuter und chronischer Myokarditis: Korrelation mit histopathologischen Parametern. Inauguraldissertation zur Erlangung des Grades eines Doktors der Medizin des Fachbereichs Medizin der Justus- Liebig- Universität Gießen
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