Heptitis E B17.2

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Zuletzt aktualisiert am: 01.02.2019

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Definition

Bei der Hepatitis E handelt es sich um eine akute Leberentzündung, die durch ein magensaftresistentes RNA-Virus (Familie der Hepeviridae) übertragen wird, das die typischen Symptome einer akuten viralen Hepatitis verursacht. Meist verläuft die Infektion asymptomatisch. Fulminante Hepatitis (etwa 3%) und Tod sind selten. Eine chronische Hepatits ist selten. Die Diagnose wird durch einen Antikörpertest gestellt. Die Therapie ist symptomatisch. Eine Impfung und frühere Infektion bieten Schutz.

Namentlich zu melden ist der Krankheitsverdacht, die Erkrankung sowie der Tod an einer akuten Virushepatitis.

Erreger

Hepatitis-E-Virus (HEV), RNA-Virus. Die Übertragung des Erregers (Infektionsweg) erfolgt durch Kontakt- oder Schmierinfektion (fäkal-oral: Infektionen, bei dem mit dem Stuhl (fäkal) ausgeschiedene Erreger oral aufgenommen werden, z. B. durch kontaminiertes Trinkwasser und/oder kontaminierte Lebensmittel. Weiterhin Infektion durch Kontakt mit Tieren (Schweine, Hunde, Schafe) oder tierischen Lebensmitteln (z.B. unzureichend gegartes Schweinefleisch; Innereien). Parenterale Infektionen durch verunreinigte Blutprodukte sind sehr selten aber möglich.

Inkubationszeit: 5-6 Wochen.

Vorkommen/Epidemiologie

Bisher hauptsächlich in Indien, Asien und Afrika sowie in Mittelamerika. Die Hepatitis E gehört somit auch zu den Reisekrankheiten (s.a. Hepatitis A). In Deutschland liegt die Seroprävalenz bei etwa 17%, in Ägypten bei 85%.

 

Klinisches Bild

Hepatitis-E-Infektionen verlaufen (in abgeschwächter Form, analog zu den klinischen Erscheinungen der Hepatitis A) zum großen Teil asymptomatisch oder mit Zeichen der leichten akuten Hepatitis. Ikterus ist eher selten. Klinisch findet sich Unwohlsein, Fieber, Übelkeit und Erbrechen auf.

Extrahepatische Manifestationen: Guillain-Barré-Syndrom, Glomerulonephritis, Meningitis, Enzephalitis, Myopathien, unspezifische Exantheme, Arthralgien, Kryoglobulinämie.  

Labor

Mikrobiologische Diagnostik (benötigtes Material: Blutserum (Anti-HEV-IgG, Anti-HEV-IgM);

Stuhl (HEV-Antigen). HEV-Antigen-Nachweis im Blut oder Stuhl zeigt eine frische Hepatitis-E-Infektion. Frühdiagnostik vor klinischer Manifestation und vor Nachweis der spezifischen Antikörper.

Anti-HEV-IgM: beweisend für eine frische Hepatitis E-Infektion.; Antikörper sind von Beginn der Krankheitssymptome an 3-6 Monate nachweisbar.

Anti-HEV-IgG: zeigt eine frische bzw. abgelaufene Infektion; Antikörper sind von Beginn der Krankheitssymptome nachweisbar, persistieren im Regelfall lebenslang; dienen als Parameter für die Durchseuchungsrate.

Allg. Labor:

BSG↑; CRP↑; Leberfunktionstests: Bilirubin meist erhöht: 2-3mg/dl; Anstieg der Transaminasen (500-3.000U/l); GPT; GOT; Cholestaseparameter ↑. Evtl. nur leichte Erhöhung der gamma-GT. Weiterhin: Bestimmung der Prothrombinzeit bzw. des INR; Anstieg des Serum-Eisens, evtl. Anstieg der Gammaglobulinfraktion in der Elektrophorese.  Blutbild: evtl. Lymphozytose. Virusserologie zur Bestimmung des Virustyps und des Antigen-/Antikörperstatus.

Therapie

Unterstützende Behandlung; keine spezifische Behandlung notwendig da nicht wirksam. Alkohol sollte vermieden werden. Restriktionen in Diät (Vermeiden kontaminierter tierischer Produkte) oder körperlicher Aktivität inkl. der häufig verordneten Bettruhe basieren nicht auf einer wissenschaftlichen Grundlage.

Nach Abklingen des Ikterus sind die meisten Patienten wieder arbeitsfähig, wenn auch die Transaminasen noch erhöht sind.

Bei der cholestatischen Hepatitis kann die Gabe von Colestyramin 8 g p.o. 1- bis 2-mal/Tag den Juckreiz vermindern.

Interne Therapie

Ribavirin bei schweren Verläufen und bei Immunsupprimierten.

Verlauf/Prognose

Die klinischen Symptome klingen typischerweise nach etwa 2 Monaten komplett ab. Selten tritt eine fulminante Hepatitis auf (bis zu 3%). Keine chronische Hepatitis. Keine dauerhaften Virusträger.   

Bei Schwangeren (bis zu 20%) oder bei Patienten mit chronischen Lebererkrankungen ist ein fulminanter Verlauf möglich.

Hinweis(e)

Infektiosität (HEV-Ausscheidungen) ist 2 Wochen vor bis 2 Wochen nach Krankheitsbeginn gegeben. Bei Ikterus: 1 Woche nach Auftreten des Ikterus.

Disclaimer

Bitte fragen Sie Ihren betreuenden Arzt, um eine endgültige und belastbare Diagnose zu erhalten. Diese Webseite kann Ihnen nur einen Anhaltspunkt liefern.

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