Dysurie R30.0

Zuletzt aktualisiert am: 22.11.2018

Autor: Dr. med. S. Leah Schröder-Bergmann

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Synonym(e)

Dysuria

Definition

Unter einer Dysurie versteht man einen abgeschwächten Harnstrahl.

In den meisten Fällen ist die Symptomatik mit einer Algurie (Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen) und / oder Strangurie (schmerzhafte Tenesmen bei der Miktion) verbunden. Oftmals wird der Begriff „Dysurie“ als Sammelbegriff einschließlich Algurie und Strangurie verwendet.

Vorkommen/Epidemiologie

Die Dysurie ist geschlechtsspezifisch. Bei nahezu 50 % aller Frauen tritt die Symptomatik im Verlauf des Lebens ein- oder mehrmals auf, bei ca. 20 % sogar innerhalb des letzten Jahres.

Bei Männern findet sich die Dysurie deutlich seltener.

Ätiopathogenese

Der abgeschwächte Harnstrahl entsteht durch erschwertes Wasserlassen auf Grund von Blasenentleerungsstörungen.

Bei Frauen verursachen überwiegend folgende Erkrankungen die Dysurie:

  • Harnwegsinfekte
  • Entzündungen des unteren Genitaltraktes

Bei Männern vermehrt durch

  • Veränderungen der Prostata (Vergrößerung, Entzündung etc.)

Andere Ursachen treten geschlechtsunabhängig auf:

  • Tumore der Blase und / oder Urethra
  • Urolithiasis
  • Behcet-Syndrom
  • Reaktive Arthritis (häufig als Frühsymptom)
  • Chronisches Urethralsyndrom

Klinisches Bild

Der Patient klagt über gehäuftes, schmerzhaftes Wasserlassen. Der Harndrang ist gesteigert.

Schmerzen bei Beginn der Miktion sprechen für eine urethrale Genese, Schmerzen am Ende der Miktion eher für eine Erkrankung der Harnblase.

Sowohl die Miktionszeit als auch die Harnflussgeschwindigkeit sind verlängert.

Diagnose

Da bei Frauen in den meisten Fällen eine Entzündung der Blase ursächlich ist, sollte zunächst eine Urinuntersuchung erfolgen, bei Männern eine rektale Untersuchung der Prostata.

Weitere Diagnostik entsprechend der Differenzialdiagnosen.

Therapie

Entsprechend der Grunderkrankung

Literatur
Für Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir Kopernio Kopernio

  1. Braun J et al. (2009) Klinikleitfaden Innere Medizin S 393
  2. Herold G et al. (2018) Innere Medizin S 600

  3. Kasper DL et al. (2016) Harrison‘s Principles of Internal Medicine 19th Edition 60 E1

  4. Manski D (2018) Urologielehrbuch. S53-62

  5. Villinger PM et al. (2006) Rheumatologie in Kürze S. 2

Disclaimer

Bitte fragen Sie Ihren betreuenden Arzt, um eine endgültige und belastbare Diagnose zu erhalten. Diese Webseite kann Ihnen nur einen Anhaltspunkt liefern.

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