Canakinumab

Zuletzt aktualisiert am: 23.04.2019

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Canakinumabum; CAS-Nummer: 402710-27-4

Definition

Arzneimittel aus der Gruppe der humanen monoklonalen Antikörper. Canakinumab wird als Immunsuppressivum und Interleukin-Inhibitor bei unterschiedlichen entzündlichen Erkrankungen eingesetzt. Die Verabreichung von Canakinumab erfolgt subkutan oder intravenös.
 

Wirkungen

Canakinumab unterbindet spezifisch die Aktivität von Interleukin-1 beta (IL-1 beta), wodurch die inflammatorischen Prozesse gehemmt werden. Canakinumab löst auf Grund seiner Spezifität keine Kreuzreaktion mit anderen Interleukin-1-Typen, wie z.B. IL-1 alpha aus. 

Die pathologische Produktion von Interleukin -1beta führt bei entzündlichen Erkrankungen zu einer lokalen oder systemischen Entzündung sowie zu einer erhöhten Produktion von „Akute-Phase-Proteinen“ wie C-reaktives Protein (CRP) oder Serumamyloid A (SAA). Canakinumab bindet mit hoher Affinität langfristig an humanes IL-1β und unterbindet dadurch die Interaktion dieses Zytokins mit seinem Rezeptor.

 

Indikation

Muckle-Wells-Syndrom (MWS)

Familiäre Kälteurtikaria

CINCA-Syndrom

Familiäres Mittelmeerfieber (FMF): Patienten mit FMF, bei denen eine herkömmliche Therapie kontraindiziert ist bzw. nicht vertragen wird oder bei denen kein adäquates Ansprechen trotz Verabreichung der höchstverträglichen Dosis erreicht wird (Alghamdi M 2017)

Juvenile idiopathische Arthritis (SJIA). Canakinumab kann als Monotherapie oder in Kombination mit Methotrexat verabreicht werden (Hoy SM (2015).

Canakinumab ist in der EU für Patienten mit Gicht zugelassen, die auf die herkömmlichen Therapien (Colchizin, NSAR, Glukokortikoiden) nicht ansprechen (Khanna PP et al. 2014)

Pyoderma gangraenosum: In einer kleinen Studie wurde die (hohe) Effizienz von Canakinumab für das Pyoderma gangraenosum dargelegt. Insbesondere scheinen Patienten mit einer konkommitierenden Darmerkrankung zu profitieren. (Partridge ACR et al. 2018).

Experimentell: Canakinumab war, wie in einer größeren Studie belegbar, in der Lage das Risiko schwerer kardiovaskulärer Ereignisse (MACE) reduzieren. 

Schwangerschaft/Stillzeit

Über die Auswirkungen einer Therapie mit Canakinumab in der Schwangerschaft und beim Stillen liegen keine ausreichenden Erfahrungen vor. Frauen im gebärfähigen Alter sollen während und mindestens 3 Monate nach der Behandlung mit Canakinumab eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.

Unerwünschte Wirkungen

  • Schwindel
  • lokale Hautreaktionen an der Injektionsstelle: Hautrötung, Schwellung, Juckreiz
  • Nasopharyngitis
  • Infektionen der oberen Atemwege
  • Harnwegsinfektionen

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen von Canakinumab mit anderen Medikamenten sind nicht beobachtet worden. Canakinumab wird regelhaft alleine oder bei SJIA und dem adultem Still-Syndrom in Kombination mit anderen Basistherapeutika wie Methotrexat, gegeben. Bei Familiärem Mittelmeerfieber (FMF) sollte es gegebenenfalls in Kombination mit Colchicin verabreicht werden.

 

Kontraindikation

  • Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff
  • aktive schwere Infektionen
  • Schwangerschaft

Präparate

Ilaris®

Literatur
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  1. Alghamdi M (2017) Familial Mediterranean fever, review of the literature. Clin Rheumatol 36:1707-1713.https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28624931
  2. Hoy SM (2015) Canakinumab: a review of its use in the management of systemic juvenile idiopathic arthritis. BioDrugs 29:133-142. 
  3. Khanna PP et al. (2014) Treatment of acute gout: a systematic review. Semin Arthritis Rheum 44:31-38. 
  4. Ozdogan H et al. (2017) Canakinumab for the treatment of familial Mediterranean fever. Expert Rev Clin Immunol 13:393-404.
  5. Orrock JE et al. (2016) Canakinumab for the treatment of active systemic juvenile idiopathic arthritis. Expert Rev Clin Pharmacol 9:1015-1024.
  6. Partridge ACR et al. (2018) Effectiveness of systemic treatments for pyoderma gangrenosum: a systematic review of observational studies and clinical trials. Br J Dermatol 179:290-295. 

Verweisende Artikel (1)

Pyoderma gangraenosum;
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