Calcitonin

Zuletzt aktualisiert am: 31.08.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

Alle Autoren

Synonym(e)

CAS Nr.: 9007-12-9; CT; hCT; humanes Calcitonin; Kalzitonin, Thyreocalcitonin

Erstbeschreiber

Calcitonin ist ein Polypeptidhormon aus 32 Aminosäuren, das beim Menschen (hCT) in den C-Zellen („C“ für Calcitonin) der Schilddrüse gebildet und proportional zur Calciumkonzentration des Blutplasmas ausgeschüttet wird.

Allgemeine Information

Calcitonin bewirkt eine schnelle und kurzdauernde Senkung der Calcium- und Phosphatkonzentration. Es fördert die Calcium- und Phosphatausscheidung über Darm und Niere.

Das Peptidhormonen Calcitonin wirkt funktional als Antagonist zum in den Nebenschilddrüsen gebildeten Parathormon.

Calcitonin fördert die Calcium- Phosphat- und Natriumausscheidung über Darm und Niere. Weiterhin wirkt das Peptidhormon analgetisch. Während des menschlichen Wachstums hemmt es die Osteoklastenfunktion; im Erwachsenenalter fördert es den Einbau von Calcium in das Osteoid.    

Labor

Normwerte: Frauen: bis zu 5 ng/l. Männer: bis zu 8,4 ng/l.

Erhöhte Calcitonin-Werte: C-Zell-Karzinom der Schilddrüse; bei Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse; Niereninsuffizienz. Bemerkung:  zur differenzialdiagnostischen Bewertung einer Hypercalcitoninämie ist die Durchführung eines Stimulationstests mit Pentagastrin oder Calcium indiziert (Empfehlung der Sektion Schilddrüse der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie)

Erniedrigte Calcitonin-Werte:  Calciumkonzentration im Serum erniedrigt; erniedrigte Werte spielen jedoch in der Diagnostik keine Rolle.

Therapie

Hinweis(e)

Mit dem Calcitonin verwandt ist das „Calcitonin Gene-Related Peptide“ (CGRP), ein Neuropeptid mit Wirkung im ZNS und im peripheren Nervensystem. CGRP wird durch das selbe Gen wie Calcitonin kodiert und entsteht in der Peripherie durch selektives Splicing der mRNA (Bemerkung: CGRP spielt bei der Pathophysiologie der Migräne eine wichtige pathophysiologische Rolle).

Literatur
Für Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir Kopernio Kopernio

  1. Hermann PT et al. (2014) Hunnius Pharmazeutisches Wörterbuch, 11. Auflage, De Gruyter Verlag S. 320-321

Verweisende Artikel (2)

Euthyreote Struma; Schilddrüsenkarzinome;
Abschnitt hinzufügen

Autoren

Zuletzt aktualisiert am: 31.08.2018