BRAF

Zuletzt aktualisiert am: 24.01.2020

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

B-RAF; Proto-oncogene B-Raf; v-Raf murine sarcoma viral oncogene homolog B1

Erstbeschreiber

BRAF ist das Akronym für „B-rapidly accelerated fibrosarcoma“.  BRAF steht für das BRAF-Gen. Das BRAF-Gen („proto-oncogene B-Raf“ oder auch „v-Raf murine sarcoma viral oncogene homolog B1“), lokalisiert auf dem Genlokus 7q34, gehört zu einer Klasse von humanen Onkogenen. Das BRAF-Gen kodiert eine aus 766 Aminosäuren bestehende gleichnamige, zytoplasmatische Serin / Threonin-Kinase. Diese besteht aus drei konservierten Domänen (CR1-CR3), die charakteristisch für die Mitglieder der Raf-Kinasen-Familie sind.

Das Braf- Enzym (B-rapidly accelerated fibrosarcoma protein) nimmt eine Schlüsselrolle bei der Regulierung des mitogenaktivierten Proteinkinase-Signaltransduktionswegs ein, der als RAS/MAPK-Signalweg bekannt ist. Braf ist für die Regulation von Wachstumsignalen für die Zelle verantwortlich. Über den RAS/MAPK-Signalweg werden weiterhin Zellreifung, Zellbewegungen (Migration) und Apoptose von Zellen beeinflusst. Die Impulse über den RAS/MAPK-Signalweg sind für die normale Entwicklung vor der Geburt und die nachgeburtliche Zellteilung und Differenzierung essenziell.

Mutationen im BRAF-Gen können zu einer Daueraktivierung des RAS/MAPK-Signalweges führen und so zur Krebsentstehung beitragen. Generell sind aktivierende Missense-Mutation im Codon 600 bei verschiedenen Tumoren beschrieben worden. Die häufigste Form der V600-Mutation ist die V600E-Mutation, bei der Valin gegen Glutaminsäure ausgetauscht wird.

Weitere bekannte, aber seltenere Mutationen des Codon 600 sind u.a.:

  • V600D: Valin -> Asparaginsäure
  • V600K: Valin -> Lysin
  • V600M: Valin -> Methionin
  • V600R: Valin -> Arginin

Allgemeine Information

Nachweisbar sind V600E- Mutationen bei: Non-Hodgkin-Lymphomen, kolorektalen Karzinomen, Melanomen, papillären Schilddrüsenkarzinomen, nicht-kleinzelligen Lungenkarzinomen (NSCLC), Glioblastomen, pleomorphen Xanthoastrocytomen, bei der Haarzellleukämie. Bei glialen Hirntumoren kommen BRAF-Mutationen in ca. 8% der Fälle vor.

Erworbene V600E Mutationen bei inflammatorischen (?) Erkrankungen: Erdheim-Chester-Erkrankung (Cives M et al. 2015).

Vererbte Mutationen von BRAF führen zu Fehlbildungssyndromen, so zum Kardio-fazio-kutanen Syndrom (CFC-Syndrom: Herzfehler, Gesichtsfehlbildungen und mentale Retardierung)

Hinweis(e)

Eine gezielte Hemmung von B-Raf ist durch BRAF-Inhibitoren möglich, die bei zahlreichen Tumoren inzwischen zum festen Repertoire onkologischer Therapiemaßnahmen gehören.

Literatur
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  1. Chapman PB et al.(2011) Improved survival with vemurafenib in melanoma with BRAF V600E mutation. BRIM-3 Study Group N Engl J Med 364:2507-2516.
  2. Davies H et al. (2002) Mutations of the BRAF gene in human cancer. Nature 417: 949–54.
  3. Schindler G et al. (2011) Analysis of BRAF V600E mutation in 1,320 nervous system tumors reveals high mutation frequencies in pleomorphic xanthoastrocytoma, ganglioglioma and extra-cerebellar pilocytic astrocytoma. Acta Neuropathol 121:397-405.
  4. Cives M et al. (2015) Erdheim-Chester disease: a systematic review. Crit Rev Oncol Hematol 95:1-11.
  5. Haroun F et al. (2017) Erdheim-Chester Disease: Comprehensive Review of Molecular Profiling and Therapeutic Advances. Anticancer Res 37:2777-2783.

Verweisende Artikel (1)

Encorafenib;
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