ACE-Hemmer

Zuletzt aktualisiert am: 12.07.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Prilate

Definition

Kurzbezeichnung für kompetitive Hemmstoffe des Angiotensin-converting-Enzyms (ACE). ACE-Hemmer sind Arzneistoffe, die v.a. in der Therapie der arteriellen Hypertonie und der chronischen Herzinsuffizienz Anwendung finden. 

Bei einem Abfall des Blutdrucks wird das sogenannte "RAAS" (Renin-Angiotensin-Aldosteron-System) aktiviert. Dabei handelt es sich um ein kaskadenartig zusammenwirkendes Enzym-Hormon-System, das den Blutdruck über verschiedene Mechanismen (Blutvolumenerhöhung, gefäßverengende Wirkung) sehr differenziert reguliert. Aktiviert wird das System durch die Ausschüttung von Renin in den Nieren, einem eiweißspaltenden Enzym, das eine ganze Reihe von Reaktionen anstößt. Eine der Reaktionen ist die Umwandlung von Angiotensin I in das Peptid Angiotensin II. Diese Reaktion wird durch das Angiotensin Converting Enzym (ACE) katalysiert.

ACE-Hemmer blockieren ACE, wodurch das für die Blutdruckregulation wichtige Angiotensin II nicht oder vermindert gebildet wird.. ACE-Hemmer blockieren dieses Enzym, wodurch das für die Blutdruckregulation wichtige Angiotensin II nicht oder vermindert gebildet wird.

Die wichtigsten in der Therapie verwendeten Vertreter sind Captopril, Enalapril, Lisinopril und Ramipril.

Wirkungen

Die Hemmung des Angiotensin Converting Enzyme ( ACE) führt zu einer verminderten Angiotensin-II-Produktion aus Angiotensin I. Außerdem wird der Abbau von Bradykinin gehemmt und führt zu dessen Kumulation. Bei Nierenerkrankungen wie der diabetischen Nephropathie führen ACE-Hemmer zu einer verminderten Proteinausscheidung (Proteinurie) und verhindern ein Fortschreiten der Erkrankung (Nephroprotektion).

Indikation

Als Monotherapeutika oder in Kombinationstherapien v.a. mit Diuretika oder Calciumantagonisten zur Behandlung der hypertensiven Herzkrankheit. Anwendung auch bei der chronischen Herzinsuffizienz und diabetischer Nephropathie.

Unerwünschte Wirkungen

Trockener Husten, Hypotonie, akutes Nierenversagen, Hyperkaliämie, urtikarielle Exantheme (0,1-1% der Fälle) und Urtikaria (0,01-0,1%).  Die Nebenwirkungen werden u.a. mit einer Kumulation von Bradykinin und Substanz P in Verbindung gebracht.

Weiterhin: Kopfschmerzen, Schwindel, gastrointestinale Störungen, Hyperkaliämie (eine klinisch relevante Hyperkaliämie kommt bei < 10% der Fälle vor. Cave: Kalium-retinierende Diuretika!).

Pruritus: Nicht selten wird ein u.U. spätmanifestierter, äußerst therapieresistenter Pruritus (häufig begleitet durch eine physikalische Urtikaria) durch ACE-Hemmer hervorgerufen.  

Aus dermatologischer/allergologischer Sicht besonders wichtig ist das durch den Einsatz von ACE-Hemmern erworbene Angioödem (0,01-0,1%).

 

 

 

 

 

Wechselwirkungen

ACE-Hemmer verstärken die hämatologischen Nebenwirkungen immunsuppressiv wirkender Arzneistoffe (Immunsuppressiva, Zytostatika und Glukokortikoide)

Kontraindikation

ACE-Hemmer sind kontraindiziert bei spezifischer Immuntherapie

Präparate

Beispiele für Wirkstoffe und Präparate aus der Gruppe der ACE-Hemmer:
  • Benazepril (Cibacen, Generika)
  • Captopril (Lopirin, Tensobon, Generika)
  • Cilazapril (Dynorm)
  • Enalapril (Xanef, Pres, Generika)
  • Fosinopril (Fosinorm, Dynacil)
  • Imidapril (Tanatril)
  • Lisinopril (Acerbon, Coric, Generika)
  • Moexipril (Fempress)
  • Perindopril (Coversum, Preterax)
  • Quinapril (Accupro, Generika)
  • Ramipril (Delix, Vesdil, Generika)
  • Spirapril (Quadropril)
  • Trandolapril (Gopten, Udrik).

Hinweis(e)

In Deutschland nehmen etwa 20% der Bevölkerung und jeder zweite über 55 Jahre Arzneimittel zur Behandlung des Bluthochdrucks ein. Etwa 35% der Bluthochdruckpatienten werden mit einem ACE-Hemmer in Monotherapie und ca. 55% in Kombination mit einem weiteren Blutdruck senkenden Arzneimittel behandelt.

Literatur
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  1. Wedi B et al.(2011) Pharmakoprophylaxe und Begleitmedikation bei spezifischer Immuntherapie. Hautarzt 62: 663-670
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