Wunde chronische

Zuletzt aktualisiert am: 23.05.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

Alle Autoren

Synonym(e)

chronische Wunde; Ulcus chronisches

Definition

Polyätiologischer, chronischer Stubstanzdefekt der Haut, der trotz kausaler und sachgerechter lokaler Behandlung innerhalb von 3 Monaten keine Tendenz zur Heilung zeigt bzw. nach 12 Monaten nicht spontan abgeheilt ist (s.u. Ulkus der Haut).

Allgemeine Information

Die Wundheilung selbst ist stark abhängig vom geordneten Ablauf der Interaktionen zwischen den einzelnen biologischen, biochemischen und immunologischen Prozessen. In der chronischen Wunde ist dieser Ablauf gestört. Verschiedene Einflüsse wie Druck, Ischämie oder Hyperglykämie führen zu einer permaneten Reizung und Schädigung von Gefäßwänden. Adhäsionsmoleküle markieren diese Stellen und ermöglichen hierdurch Anlagerung von Entzündungsstellen (z.B. neutrophile Granulozyten und Monozyten). Diese induzieren mittels proinflammatorischer Zytokine (z.B. Interleukin 1ß (s.u. Interleukine) oder TNF alpha) eine stetige Entzündungsreaktion. Es kommt zu einer Überexpression von Gewebe-abbauenden Proteasen (z.B. Matrix-Metalloproteinasen) und einer gleichzeitigen Reduktion der Proteaseinhibitoren (TIMPs) und Wachstumsfaktoren. Dies führt zu einer Chronifizierung der Wunde.

Ätiologie

  • Für die Entstehung chronischer Wunden (> 3 Monate) sind verschiedene essenzielle mittelbare oder unmittelbare Auslöser möglich (s. hierzu unter Ulkus der Haut). Chronische Wunden zeigen in ihrem Heilungsablauf, unabhängig von ihrer Genese, ein weitgehend einheitliches pathophysiologisches Muster. Hierbei spielen die Gewebshypoxie, neurologische Störungen (verminderte oder fehlende Sensorik) Infektionen, Malnutrition, gestörtes Feuchtigkeitsgleichgewicht, Überschuss an Proteasen und Mangel an Wachstumsfaktoren sowie eine Dysbalance der Makrophagen- und Leukozytenfunktion, eine entscheidende Rolle.

Komplikation

Wundinfektionen v.a. bei immungeschwächten Patienten oder bei diabetischem Fuß sind häufig. Hierbei spielen neben den grampositiven Staphylokokken (s.a. MRSA) und Streptokokken zunehmend gramnegative Bakterien wie Pseudomonas aeruginosa, Proteus vulgaris, Enterobacter cloacae u. weiterhin Anaerobier der Bacteroides-Gruppe eine zunehmende Rolle.

Kontaktsensibilisierungen (Typ-IV-Sensibilisierungen). In einer Patientengruppe mit chronischem Ulcus cruris zeigten sich folgende Kontaktsensibilsierungen (Stand 2015):

 

Externe Therapie

Interne Therapie

Naturheilkunde

In der Naturheilkunde spielt Bienenhonig eine bedeutende Rolle in der Wundbehandlung.

Abschnitt hinzufügen

Autoren

Zuletzt aktualisiert am: 23.05.2018