Ticlopidin

Zuletzt aktualisiert am: 04.11.2016

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Definition

Thrombozytenaggregationshemmer.

Halbwertzeit

30–50 h

Indikation

Prophylaxe arterieller und venöser Thrombosen, arterielle Verschlusskrankheit vom peripheren Typ.

Eingeschränkte Indikation

Schwere Leberfunktionsstörungen.

Dosierung und Art der Anwendung

1–3mal/Tag 250 mg p.o.

Merke! Ticlopidin soll nicht an Patienten mit erhöhter Blutungsneigung oder Magen-Darm-Ulzera verabreicht werden. Das Präparat ist 1 Woche vor geplanten Operationen abzusetzen. In Notfällen kann die Wirkung von Ticlopidin durch einmalige Gabe von 20 mg Methylprednisolon aufgehoben werden. Vor Beginn der Therapie und während der ersten 3 Monate der Behandlung sind in 14-tägigen Abständen ein Differential-BB und eine Thrombozytenzählung erforderlich!

Unerwünschte Wirkungen

Nausea, Abdominalschmerzen, Diarrhoe, allergische Reaktionen, BB-Veränderungen, Ikterus mit Hepatitis und Cholestase, Kopfschmerzen und Schwindel.

Wechselwirkungen

S. Tabelle 1.

Kontraindikation

Schwangerschaft, Stillzeit, Agranulozytose, Blutungsneigung auch in der Anamnese, chron.-entzündliche Darmerkrankungen, Kinder und Jugendliche < 16 Jahre, Leukopenie, Magen-Darm-Ulzera, Neutropenie, Operationen, akuter hämorrhagischer Apoplex, Thrombopenie.

Präparate

Tiklyd

Patienteninformation

Merke! Der Patient soll beim Auftreten von Geschwüren im Mund-Rachenbereich, Tonsillitiden und Fieber unverzüglich den Arzt aufsuchen. Ticlopidin sollte nach der Mahlzeit eingenommen werden, um die gastrointestinalen Nebenwirkungen zu reduzieren!

Tabellen

Wesentliche Wechselwirkungen von Ticlopidin

Antirheumatika, nichtsteroidale

Blutungsneigung ↑

Cephalosporine

Blutungsneigung ↑

Cimetidin

Ticlopidin-Spiegel ↑

Clozapin

Agranulozytose, Kombination meiden

Cumarine

Blutungsneigung ↑

Dihydroergotamin

Blutungsneigung ↑

Penicilline i.v.

Blutungsneigung ↑

Theophylline

Theophyllin-Spiegel ↑

Thrombozytenkonzentrate

Ticlopidin-Wirkung ↓

Weiterführende Artikel (3)

Agranulozytose; Ikterus; Methylprednisolon;
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