Zosterneuralgie B02.8

Zuletzt aktualisiert am: 26.12.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Postherpetic neuralgia; Postherpetische Neuralgie; Postzosterische Neuralgie; Postzosterneualgie; Post-Zoster-Neuralgie; Zosterschmerz

Definition

Nach einer Herpes zoster und häufig über den Zeitraum der eigentlichen Hautveränderungen hinaus persistierende, oft unerträgliche, segmentale Schmerzen mit typischem, einschießende Charakter, die auch als sogenannte postzosterische oder postherpetische Neuralgien (PHN) bezeichnet werden.

Bei der postzosterischen Neuralgie handelt es sich um ein neuropathisches Schmerzsyndrom, das länger als 4 Wochen besteht und erst 3 Monate (>90 Tage) nach den typischen Hautveränderungen, nach einem schmerzfreien Intervall auftritt. Die postzosterischen Neuralgie kann die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Etwa 10-30% aller >50-Jährigen erkranken an dieser Zosterkomplikation. Die Schmerzen werden unterschiedlich wahrgenommen als:

  • ständig persistierend
  • unregelmäßig rezididivierend
  • blitzartig einschießend (wie bei leichten Stromkontakten)
  • allodynisch bei der leisesten Berührung auftretend.  

Ätiopathogenese

Verschiedene Forschungsresultate weisen daraufhin, dass Reorganisationsprozesse im Hinterhorn und eine periphere Nervenschädigung durch Demyelinisierung afferenter sensorischer Fasern sowie Small-fiber-Degeneration ursächlich für die Entstehung der PZN sind (Fields HL et al. 1998).  

Manifestation

Bei 9 -14% aller Zoster-Patienten sowie bei 50% der Patienten mit Zoster über 60 Jahre auftretend. Bei Frauen und bei Patienten mit Zoster ophthalmicus scheint die postzosterische Neuralgie (PZN) häufiger aufzutreten. Abwehrschwäche scheint kein Risiko für die PZN zu sein.

 

Histologie

Entzündliche Nekrose des Spinalganglions, der motorischen und sensorischen Rückenmarksanteile, begleitet von Neuritis und Myelitis.

Therapie

Externe Therapie

Verlauf/Prognose

Durchschnittliche Dauer 6 Monate, bei 5–10% bis zu 10 Jahre. Zusammenarbeit mit den Anästhesisten.

Literatur
Für Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir Kopernio Kopernio

  1. Chen CJ et al. (2003) Acupuncture, electrostimulation, and reflex therapy in dermatology. Dermatol Ther 16: 87-92
  2. Dworkin RH et al. (2003) Treatment and prevention of postherpetic neuralgia. Clin Infect Dis 36: 877-882
  3. Fields HL et al. (1998) Postherpetic neuralgia: irritable nociceptors and deafferentation. Neurobiol Dis 5:209-227.
    Gilron I et al. (2005) Morphine, gabapentin, or their combination for neuropathic pain. N Engl J Med 352: 1324-1334
  4. Harden RN (2005) Chronic neuropathic pain. Mechanisms, diagnosis, and treatment. Neurologist 11: 111-122
  5. Lapolla W et al. (2011) Incidence of postherpetic neuralgia after combination treatment with gabapentin
    and valacyclovir in patients with acute herpes zoster: open-label study. Arch Dermatol 147:901-907.
  6. Singh D et al. (2003) The use of gabapentin for the treatment of postherpetic neuralgia. Clin Ther 25: 852-859
  7. Weinberg JM et al. (2003) Cutaneous infections in the elderly: diagnosis and management. Dermatol Ther 16: 195-205
  8. Zenz M (1995) Taschenbuch der Schmerztherapie. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart

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