Zoster ophthalmicus B02.3

Zuletzt aktualisiert am: 12.08.2019

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Herpes zoster ophthalmicus

Definition

Im Innervationsgebiet des 1. Trigeminusastes lokalisierter Zoster, Befall des Ganglion ciliare. Häufig haemorrhagisch-nekrotischer Verlauf im Bereich der Stirn und des Kapillitiums. Gefahr der Beteiligung von Konjunktiva und Kornea. Der Zoster ophthalmicus ist bei HIV-Infizierten häufiger anzutreffen als bei Nicht-Infizierten (Johnson JL et al. 2015). 

Erreger

S.u. Zoster

Vorkommen/Epidemiologie

Der Zoster im Ausbreitungsgebiet des erstenTrigeminusastes macht bis 18% alles Zoster Fälle aus.  

Ätiopathogenese

S.u. Zoster

Klinisches Bild

Inkubationszeit 7-18 Tage. Uncharakteristisches Prodromalstadium mit gering erhöhter Temperatur. Brennen und stechende, einschießende Schmerzen Im Bereich des 1. Trigeminusastes können schon vor Eintreten der typischen Hauterscheinungen auftreten. Später kommt es zum Aufschießen gruppiert stehender Papeln auf erythematösem Grund mit rascher Umwandlung in zunächst klare, später eingetrübte BläschenPusteln und später Krustenbildung. Selten haemorrhagisch-nekrotischer Zoster. Narbenbildung vor allem bei nekrotisierendem Zoster.

Komplikation

 Merke! Bei Bläschen im Bereich des Nasen-Augen-Dreiecks (Befall des Ramus nasociliaris des N. ophthalmicus) sind ophthalmologische Komplikationen zu erwarten.

S.a. Hutchinson-Zeichen II (Zosterbläschen an der Nasenspitze, hierbei 75% Augenbeteiligung).

postzosterische Neuralgie (können die Lebensqualität der Betroffenen erheblich einschränken): etwa 10-30% aller >50-Jährigen erkranken an einer postzosterischen Neuralgie. Diese ist definiert als "Schmerzen die 3 Monate nach den typischen Hautveränderungen auftreten". Die Schmerzen werden unterschiedlich wahrgenommen, als:

  • ständig persistierend

  • unregelmäßig rezididivierend

  • auch blitzartig einschießend (wie bei leichten Stromströßen)

  • allodynisch bei der leisesten Berührung auftretend.  

Studien an größeren Kontingenten von Zoster-ophthalmicus-Patienten zeigten, dass innerhalb einer einjährigen Nachbeobachtung das Schlaganfallrisiko deutlich höher ist als bei einer Kontrollgruppe ( Hazard Ratio = 4,52).

Therapie

  • Entsprechend dem Zoster, augenärztliche Vorstellung des Patienten, antivirale, ggf. antibiotische Lokaltherapie (Zovirax Augensalbe, Refobacin Augensalbe), Lichtschutz.
  • Schmerztherapie: Sympathikusblockade (Bei Befall des 1. und 2. Trigeminusastes Blockade des Ganglion cervicale superius), s.a. Zosterneuralgie.

Prophylaxe

S.u. Zoster (Übersicht). Möglichkeiten der Vakzinierung mit Lebendimfpstoff bzw. einem rekombinanten Impfstoff. 

Literatur
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  1. Lin HC et al. (2010) Herpes zoster ophthalmicus and the risk of stroke : a population based follow-up study. Neurology 74: 792-797
  2. Johnson JL et al. (2015) Herpes Zoster Ophthalmicus.
    Prim Care 42:285-303.

  3. Lovell B (2015) Trigeminal herpes zoster: early recognition and treatment are crucial. BMJ Case Rep  doi:10.1136/bcr-2014-208673

  4. Ostwal S et al. (2015) Management of ramsay hunt syndrome in an acute palliative care setting. Indian J Palliat Care 21:79-81

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