Zellulite L03.9

Zuletzt aktualisiert am: 12.10.2019

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Cellulite; Cellulitis; Dermopanniculosis deformans

Definition

Bezeichnung im Volksmund für eine konstitutionell bedingte, umschriebene Vermehrung und Veränderung des subkutanen Fettgewebes im Oberschenkel- und Glutaealbereich. Beim Zusammenschieben der Haut im betroffenen Bereich lässt sich das so genannte Matratzenphänomen und Orangenhautphänomen auslösen. Im amerikanischen Kosmetikbereich wird die Zellulite als "that lumpy-bumpy skin of the thighs that 90% of the women have and all hate" beschrieben.

Einteilung

4 Stadien werden je nach Schweregrad unterschieden:
  • Stadium1: Nur beim tangentialen Zusammenschieben der Haut erscheint ein "Peau-d`orange"-Aspekt.
  • Stadium2: Bei Muskelanspannung wird insbes. am Gesäß eine wellige Hautoberfläche sichtbar.
  • Stadium 3: Auch in Ruhe und im Liegen ist eine wellige Hautoberfläche sichtbar.
  • Stadium 4: Auch in Ruhe und im Liegen weist die Haut eine höckerige Hautoberfläche auf.

Ätiopathogenese

Durch eine besondere anatomische Beschaffenheit des weiblichen Fettgewebes hervorgerufen. Das Phänomen hat keinerlei krankhafte Basis. Angeschuldigte "Störungen der Mikrozirkulation", "endokrine metabolische Anomalien", "Stoffwechselträgheit" gehören in den Bereich der Legenden.

Manifestation

Fast ausschließlich bei Frauen. Auch bei adipösen männlichen Kindern. Bei Kastraten kann das Phänomen ebenfalls beobachtet werden.

Therapie allgemein

Gewichtsreduktion, körperliche Bewegung, roborierende Maßnahmen und Massagen.

Externe Therapie

Versuch der externen Anwendung koffeinhaltiger (2%) hydrophiler Lotionen oder Cremes, z.B. Crealite.

Hinweis(e)

Die meisten propagierten Therapien sind wirkungslos. Insofern sollte sich jeder ernstzunehmende Arzt vor der Propagierung von wissenschaftlich nicht belegten Therapiemodaliäten ausnehmen.

Literatur
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  1. Koblenzer CS (2003) Psychosocial aspects of beauty: how and why to look good. Clin Dermatol 21: 473-475
  2. Nürnberger F, Müller G (1978) So-called cellulite: an invented disease. J Dermatol Surg Oncol 4: 221-229
  3. Pierard-Franchimont C et al. (2000) A randomized, placebo-controlled trial of topical retinol in the treatment of cellulite. Am J Clin Dermatol 1: 369-374

Weiterführende Artikel (2)

Matratzenphänomen; Orangenhautphänomen;

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