Xanthome eruptive E78.22

Zuletzt aktualisiert am: 29.04.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Eruptive xanthomas; Eruptive Xanthome

Definition

Rasch in großer Anzahl, disseminiert über den Körper auftretende, papulöse, gelbe Xanthome mit entzündlichem Hof. Xanthome sind Markerläsionen für versch. Dyslipoproteinämien, sind jedoch mit diesen nicht streng korreliert.  

Ätiopathogenese

Assoziationen mit Hyperlipoproteinämie Typ IV oder Hyperlipoproteinämie Typ V nach Fredrickson, Diabetes, chronischem Alkoholkonsum, Nierenerkrankungen, Pankreatitis, Medikamenten und Schwangerschaft sind beschrieben.

Manifestation

Kinder und Jugendliche, Erwachsene: 20-60J  

Lokalisation

Vor allem Glutaealregion, Extremitätenstreckseiten.

Klinisches Bild

Innerhalb weniger Wochen exanthematisch aufschießende, multiple, 0,2-0,3 cm große, dissemnierte, flach erhabene, symptomlose oder leicht juckende, gelbe oder rote, oberflächenglatte, feste, scharf berandete Knötchen. Stellenweise kann es zur Aggregation der Knötchen kommen, sodaß maulbeerartige Formationen enstehen können. Auch lineare Ausrichtungen der Knötchen möglich (Köbner-Phänomen).

Komplikation

Akute Pankreatitis, Diabetes mellitus, reaktive Herz-Kreislauferkrankungen

Therapie

Kosmetisch störende Xanthome können operativ entfernt werden, auch mittels Laser, Kürettage oder Abtragung mit der Elektroschlinge. Ggf. Betupfen mit Trichloressigsäure (z.B. als Fertigarzneimittel: Solco Derman oder als Rezetpur:Trichloressigsäure-Lösung 10/20/35/50% (NRFl   11.133.)).

Therapie allgemein

Erkennung und Behandlung der Stoffwechselstörung. Hierbei sollten zuerst diätetische Maßnahmen und Lebensstilmodifikationen (Gewichtsreduktion, Nikotinabstinenz, körperliche Aktivität steigern) und bei fehlender Besserung, Einstellung auf Lipidsenker erfolgen.   

Interne Therapie

Bei Nachweis einer Fettstoffwechselstörung diätetische Maßnahmen und Einstellung auf Lipidsenker wie Acipimox (z.B. Olbemox) 3mal 250 mg/Tag p.o. oder Simvastatin (BeL Simvastatin) initial 5-10 mg p.o. (wöchentliche Dosissteigerung auf bis zu 40 mg p.o.).

Hinweis(e)

Die Lipoproteine des Plasmas bestehen aus Lipiden (Triglyceriden, Fetten, Cholesterin und Phospholipiden) und Apolipoproteinen. Störungen des Lipidstoffwechsels finden sich oft gemeinsam mit einem metabolischen Syndrom, Adipositas, gestörter Glukosetoleranz bzw. Insulinresistenz, Hypertriglyzeridämie, Verminderung des HDL-Cholesterins und arterieller Hypertonie.      

Literatur
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  10. Zahorcsek Z et al. (1995) Erfolgreiche Behandlung einer eruptiven Xanthomatose mit Acipimox. Hautarzt 46: 124-126

Disclaimer

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