Verrucae plantares B07

Zuletzt aktualisiert am: 10.08.2019

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Dornwarzen; Fußsohlenwarzen; Myrmecia; Plantarwarzen; Warzen Dornwarzen; Warzen Fußsohlenwarzen; Warzen Plantarwarzen

Definition

An den Fußsohlen lokalisierte Infektionskrankheit durch humane Papillomaviren (HPV), mit in die Tiefe gerichtetem, schmerzhaftem Wachstum (Entwicklung zur Tiefe erfolgt, da ein "normales" exophytisches Wachstum infolge der ständigen Druckbelastung beim Laufen nicht möglich ist). Kurzgefasst könnte man eine Plantarwarze als "eingedrückte" vulgäre Warze bezeichnen, die sich beim Gehen wie ein dort platzierter Reißnagel schmerzhaft bemerkbar macht.

Erreger

Humane Papillomaviren Typ 1,2,4,27 (57,60,63,65);  s.a. Papillomaviren, humane.

Vorkommen/Epidemiologie

Bevorzugt bei Kindern < 12 Jahre; bis zu 20% der 12 -Jährigen sind betroffen, bei 20- Jährigen nur noch 2-3%. Die Übertrageung erfolgt durch Kontakt mit Viruspartikeln in Schwimmbädern, Gemeinschftsduschen oder Turnhallen. In Feuchtigkeit und Wärme werden infizierte Keratinozyten von Virusträgern freigesetzt dern Virusmaterial dann in mazierte gesunde Fußsohlenhaut eindringen kann. 

Lokalisation

Fußsohlen

Klinisches Bild

Solitäre, meist jedoch mehrzählige, auch zu 4-7 cm großen, flächenhaften Beeten aggregierte, kraterförmige, 0,2-0,5 cm große Hornläsionen mit lippenförmigem Randsaum durch aufgeworfenes normales Epithel. Weißlich schuppende, bei größeren Beeten auch grau-gelbe bis grau-braune Oberfläche, Schmerzen bei Belastung. Initiale Veränderungen erkennt man bei Lupenvergrößerung an der Unterbrechung des normalen Leistenreliefs (s. Abb.). Häufig sind in den Läsionen stecknadelkopfgroße Punktblutungen sichtbar.

Als Mosaik-Warzen werden zu flachen Warzenbeeten konfluierte Fußsohlenwarzen bezeichnet.  

Bei dauerhaft immunsupprimierten Patienten können sich ungewöhnlich ausgedehnte, absolut therapieresistente Warzenbeete entwickeln, sodass allein auf Grund des Schweregrades der Verdacht auf eine Immunodefizienz geäußert werden kann.    

Histologie

Entspricht im Prinzip der Verruca vulgaris. Histomorphologisch zeigt sich das Bild einer invaginierten Verruca vulgaris. Typisch sind reichlich auftretende Koilozyten als Zeichen der HPV-induzierten Schädigung der Keratinozyten.

Differentialdiagnose

Therapie

S.u. Verruca.

Verlauf/Prognose

Hartnäckigkeit und Rezidive sind zu erwarten.

Literatur
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  1. Grussendorf-Conen EL (1992) Altersabhängiges therapeutisches Ansprechen von Plantarwarzen. Hautarzt 43: 458
  2. King CM et al. (2014) Human papillomavirus types 2, 27, and 57 Identified in plantar verrucae from HIV-positive and HIV-negative individuals. J Am Podiatr Med Assoc 104:141-146Serour F et al. (2003) Successful treatment of recalcitrant warts in pediatric patients with carbon dioxide laser. Eur J Pediatr Surg 13: 219-223
  3. Smith EA et al. (2015) Evaluating the success of Nd: YAG laserablation in the treatment of recalcitrant verruca plantaris and a cautionary noteabout local anaesthesia on the plantar aspect of the foot. J Eur Acad Dermatol Venereol 29:463-467
  4. Wollina U et al. (2001) Treatment of common warts and actinic keratoses by Er:YAG laser. J Cutan Laser Ther 3: 63-66
  5. Zamiri M, Gupta G (2003) Plantar warts treated with an immune response modifier: a report of two cases. Clin Exp Dermatol 28(Suppl1): 45-47

 

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