Verruca (Viruswarzen) (Übersicht) B07

Zuletzt aktualisiert am: 30.03.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Viruswarze; Warze

Erstbeschreiber

Ciuffo, 1907 (Beschreibung der viralen Genese)

Definition

Häufige, gutartige, HPV-induzierte Papillome an Haut und Schleimhäuten, deren klinischer Aspekt abhängig von Bestandsdauer und  Lokalisation von kleinsten, flachen, kaum sichtbaren Papeln bis hin zu blumenkohlartigen handtellergroßen Wucherungen reicht.  

Erreger

Menschliches Papillomavirus (human papilloma virus = HPV), s. Humane Papillomaviren. Man unterscheidet z.Zt. mehr als 120 Virustypen. Die Inkubationszeit beträgt zwischen 1- 8 Monate.

Einteilung

Abhängig von der Lokalisation und dem klinischen Aspekt unterscheidet man bei den HPV-induzierten Warzenerkrankungen:

.

Ätiopathogenese

Übertragung der Warzenviren von Mensch zu Mensch, auch Autoinokulation.

Klinisches Bild

S.u. den einzelnen klinischen Varianten und Krankheitsbildern.

Therapie

Therapie allgemein

Externe Therapie

Interne Therapie

Operative Therapie

Verlauf/Prognose

Stets sollte eine Aufklärung des Patienten, auch über die hohe Rezidivhäufigkeit, erfolgen. Auf folgende prognostisch ungünstige Faktoren sollte aufmerksam gemacht werden (n. Rübben):

  • Höheres Alter (>29 Jahren)
  • Lange Bestandsdauer > 2 Jahre
  • Multiple Warzen (> 5)
  • Große Warzen (> 2,0 cm)
  • Ausgeprägte Hornüberlagerungen der Warzen
  • Periunguale, palmare oder plantare Lokalisation
  • Akrozyanose bei akraler Lokalisation
  • Begleitende zelluläre oder humorale Immundefizienz
  • Beginn der Erkrankung während einer krankheitsbedingten oder iatrogenen Immunsuppression
  • Therapieresistenz bei bisherigen adäquat durchgeführten Behandlungen

Prophylaxe

Allgemeine Maßnahmen zur Milieusanierung: Gefäßtraining und Verbesserung der akralen Perfusion (bei Akrozyanose), Rauchverbot, roborierende Maßnahmen (z.B. Kneipp'sche Maßnahmen), Beseitigung einer Hyperhidrose und/oder bakterieller oder mykotischer Begleitinfektionen.

Naturheilkunde

Thujaextrakte (s.u. abendländischen Lebensbaum, s.u. Thuja summitates dem Extrakt aus den Spitzen des Lebensbaums): Mono- oder Kombinationstherapie für die interne und/oder externe Therapie (Thuja Lsg. und/oder Thuja Drg.). Thuja-Lösung mehrmals tgl. auf befallenes Areal pinseln bis zur Abheilung. Thuja Drg. beginnend mit 3mal/Tag 1 Drg. p.o. und langsame Steigerung bis auf 6 Drg./Tag bis zur Abheilung.

Hinweis(e)

Differenzialdiagnostisch wichtig sind die mit bloßem Auge erkennbaren, regelmäßig stehenden, kaum stecknadelspitzgroßen, schwarzen Punkte, die insbes. beim Abtragen der oberen Epidermisschichten sichtbar werden. Sie dienen dem Erfahrenen als therapeutisches Kontrollsignal für noch existentes virales Gewebe.

Literatur
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  1. Ciuffo G (1907) Imnesto positiv con filtrado di verrucae volgare. Giorn Ital Mal Venereol 48: 12-17
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