Tungiasis B88.1

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Sandflohbefall

Definition

Epizoonose, die durch das Eindringen des begatteten weiblichen Sandflohes (Tunga penetrans) in die menschliche Haut hervorgerufen wird. Als Reiseerkrankung selten auftretend, findet sich die Parasitose häufig in ärmlichen Wohngegen der Subsahara (dort als "Jiggers" bezeichnet, in Südamerika und in der Karibik.   

Vorkommen/Epidemiologie

Tropische Regionen Afrikas und Amerika/Mexiko/Argentinien, karibische Inseln, subtropische Gebiete Asiens. Betrifft auch Reiserückkehrer.

Lokalisation

Vorzugsweise an den Füßen (Plantae, subungual), auch andere Körperpartien (beim Liegen auf der Erde) können befallen werden.

Klinisches Bild

Einige Tage nach Eindringen der Flöhe (1-100) Ausbildung von entzündlichen, mäßig schmerzenden, bis erbsgroßen, rötlichen, prallelastischen Papeln oder Knoten. Zentral zeigt sich oft ein schwarzer Porus (= Parasit). Juckreiz, Druckschmerz. Nach Ausstoßen der Eier und des toten Flohs bleibt eine grübchenartige Vertiefung zurück.

Seltener sind Krankheitsbilder mit disseminierten stark juckenden Papeln an den Auflageflächen.

Therapie allgemein

Externe Therapie

Interne Therapie

Prophylaxe

Reisende sollten über das Vorkommen der Erkrankung in ländlichen Gebiete aufgeklärt werden. Es empfiehlt sich in Orten mit hoher Parasitenlast (ärmliche Wohngegenden) das Tragen von Strümpfen und geschlossenen Schuhen.   

Hinweis(e)

Der Sandfloh macht seine Entwicklung vom Ei, über Larve, Puppe zum adultenFloh im Erdboden durch. Die Infektion tritt auf, wenn der Floh die Haut penetriert. Er kann bis zu 40 cm hoch springen.

Literatur
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Verweisende Artikel (2)

Flöhe; Sandflohbefall;

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