Tumorsuppressorgene

Zuletzt aktualisiert am: 10.08.2019

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Tumorsuppressor-Gene

Definition

Bezeichnung für Gene, die für Proteine kodieren, die den Zellzyklus kontrollieren. Ihre Funktion senkt die Wahrscheinlichkeit, dass eine Zelle tumorös entartet. Gene, die für Proteine kodieren die Apoptose induzieren, werden ebenfalls zu den Tumorsuppressorgenen gezählt. Eine Mutation oder Deletion dieser Gene erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Tumorbildung. In diesem Sinne haben Tumorsuppressorgene eine vergleichbare Auswirkung bei Mutationen wie Proto-Onkogene (s.u.Onkogene).

Einteilung

  • P16-Protein: inhibiert spezifisch den aus CDK4 und Cyclin-D gebildeten Komplex, der über die Phosphorylierung des Rb (Retinoblastom) - Proteins die Passage durch die G1-Phase des Zellzyklus kontrolliert. Von den am Zellzyklus beteiligten Genen ist P16 bei weitem am häufigsten in Karzinomen alteriert.
  • P27-Protein: kontrolliert den Übergang von G0 zur G1-Phase des Zellzyklus; bei vermehrter Bildung verhindert es diesen. Sowohl viral infizierte Zellen als auch benachbarte Zellen (über den Weg der Kontaktinhibition) fördern über TGF-beta die Bildung von P27.
  • RB-Protein (Retinoblastom-Protein): umschließt schalenartig den Transkriptionsfaktor E2F, der zur Einleitung der S-Phase notwendigerweise gebraucht wird. In Tumorzellen ist das Gen für das RB-Protein in über 60% der Fälle mutiert.
  • P53-Protein: sorgt dafür, dass sich eine Zelle nur dann teilt, wenn ihr Erbgut auch intakt ist. Dies ist bei einer Tumorzelle nicht der Fall. In diesem Fall zeigt das P53-Protein seine zwei Hauptwirkungen: den Zellzyklus-Arrest bzw. bei irreparablen Schäden die Einleitung der Apoptose (s.u. Transkriptionsgene).

Allgemeine Information

  • Die Funktionen von Tumorsuppressorgenen lassen sich untergliedern in:
    • Unterdrückung der Genexpression von Wachstumsfaktoren mit daraus resultierender Hemmung des Zellzyklus oder Arretierung des Zellzyklus bei DNA-Schädigung. Bei reversiblem Schaden, Fortfahren des Zellzyklus.
    • Bei irreversiblem DNA-Schaden leitet das Gen die Apoptose der Zelle ein. Einige an der Zelladhäsion beteiligte Proteine hindern Tumorzellen an Invasion und hemmen somit die Bildung von Metastasen.

Weiterführende Artikel (3)

Apoptose; Onkogene; Transkriptionsfaktoren;
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