Tryptase

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Mastzelltryptase; Serumtryptase

Definition

Weitgehend Mastzell-spezifische Enzyme (Peptidasen). Sie spalten die Peptidbindung von Proteinen unter Verwendung eines katalytischen Serinrestes. Tryptasen gehören damit wie Trypsin zu den Serinproteasen und sind diesen ähnlich.

Allgemeine Information

Tryptase liegt in verschiedenen Isoformen vor: alpha-Tryptase wird kontinuierlich sezerniert. Wahrscheinlich reflektiert der basale Serumspiegel der alpha-Tryptase den Funktionszustand der Gesamtzahl der Mastzellen im Körper (s.u. Mastozytose; s.a.u. Histamin). Die beta-Tryptase wird bei Mastzellaktivierung freigesetzt, z.B. bei anaphylaktischer Reaktion.

Bedeutung in der Labordiagnostik: Hilfreicher Marker, um eine allergische Reaktion zu verifizieren, die z.B. durch Medikamente, Insektenstiche oder Nahrungsmittel verursacht sein kann. Tryptase kann als Marker der Mastzellaktivierung bei Rhinitis allergica dienen. Bei Provokation kommt es zu erhöhten Tryptasespiegeln in der Nasallavageflüssigkeit.

Erhöhte Spiegel von Tryptase nach einem anaphylaktischen Ereignis können normalerweise noch 3 bis 6 Stunden nach der Reaktion nachgewiesen werden. Die Spiegel normalisieren sich innerhalb von 12-14 Std.

Erhöhte Spiegel von Tryptase >11,4ug/l geben Hinweise auf eine Mastozytose. Bei diesen Werten ist das Risiko einer anaphylaktischen Reaktion unter einer spezifischen Immuntherapie 2x größer als bei einem Wert von 4,25ug/l.

Normwerte (können je nach genutztem Nachweissystem verschiedener Firmen variieren): 5,6-13,5 µg/l. Das Serum sollte bevorzugt zwischen 15 Minuten und 3 Std. nach dem verdächtigen Ereignis, das zur Mastzellaktivierung geführt hat, entnommen werden. Neben Serum sind auch Plasma und Nasalflüssigkeit zur Analytik geeignet. Die Bestimmung der basalen Tryptasekonzentration wird in einer Leitinie der DGAKI bei Patienten mit Insektengiftallergie in der Erstdiagnostik empfohlen.

Methode: "Unicap Tryptase" (Pharmacia Diagnostics) misst alpha- und ß-Tryptase. Normwerte: 5,6-11,4 ug/l. Bei der Mehrzahl der Patienten mit erhöhter basaler Serumtryptase besteht eine Mastozytose.

Hinweis(e)

  • Die Erhöhung der basalen Serum-Konzentration muss bei Patienten mit Insektengiftallergie als Risikofaktor für lebensbedrohliche Stichreaktionen angesehen werden.
  • Bei Patienten mit sehr schweren anaphylaktischen Reaktionen werden in ca. 30 % erhöhte Tryptase-Basalspiegel gefunden. Damit ist eine Indentifikation von Hochrisikopatienten möglich.
  • Tryptasebestimmung ist sinnvoll bei fraglichen Reaktionen mit Mastzellbeteiligungeninnerhalb der letzten Stunden.

Literatur
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  1. Przybilla B et al. (2004) Insektengiftallergie. Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie. Allergo J 13: 186-190
  2. Renz H et al. (2009) In-vitro-Allergiediagnostik. Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI). Allergo J 19: 110-128
  3. Ruëff F (2003) Erhöhte basale Serumtryptase als Risikofaktor der Insektengiftallergie. Allergo J 12: 32-38
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