Trichoteiromanie L65.9; F63.8

Zuletzt aktualisiert am: 06.10.2019

Autoren: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer, Prof. Dr. Stefanie Reich-Schupke

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Synonym(e)

Alopezie Scheueralopezie; Haarlosigkeit durch Scheuern; Scheueralopezie

Erstbeschreiber

Freyschmidt-Paul, 2001

Definition

Akzidentiell-traumatische Alopezie mit Abbrechen der Haare und unauffälligem Haarwurzelstatus, die durch Scheuern und Kratzen entsteht.

Ätiopathogenese

  • Erwachsene: Häufig liegen gesellschaftlich-soziale Konflikte, sekundärer Krankheitsgewinn, Angst- oder Zwangsstörungen zugrunde. Auch juckende Hautkrankheiten wie z.B. das atopische Ekzem können das Entstehen der Trichoteiromanie fördern.
  • Kinder: U.a. Anpassungsstörungen oder Traumen (Kindesmisshandlung).
  • Säuglinge: Durch einseitige Lage des Kopfes und durch Scheuern an der Unterlage.

Manifestation

Bei Säuglingen, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in jedem Lebensalter auftretend.

Klinisches Bild

Flächiger Alopezieherd (selten mehrere Herde) mit leicht lichenifiziertem oder unauffälligem Haarboden. Streng begrenzt auf das artifiziell alterierte Areal. Im Gegensatz zur Trichotillomanie (trillein = griech.: rupfen) finden sich bei der Trichoteiromanie unauffällige Haarfollikel, bei stehen gebliebenen Haaren, aber pinselartig veränderte, weißliche Haarspitzen (Trichoptilosis). Die Kopfhaut kann durch die kontinuierlichen Scheuerartefakte umschrieben lichenifiziert sein. Bild wie beim Reizakanthom oder beim Lichen simplex chronicus.

Diagnose

Anamnese, Klinik, Trichogramm.

Therapie

Abklärung und Behandlung der zugrunde liegenden Ursache.

Literatur
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  1. Freyschmidt-Paul P et al. (2001) Trichoteiromania. Eur J Dermatol 11: 369-371
  2. Hantash BM et al. (2003) Traction alopecia in children. Cutis 71: 18-20
  3. Whiting DA (1999) Traumatic alopecia. Int J Dermatol 38 (Suppl1): 34-44
  4. Reich S, RT Trüeb (2003) Trichoteiromanie. J Dtsch Dermatol Ges 1:22-28

Verweisende Artikel (1)

Alopezie, Scheueralopezie;

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