Trichophyton rubrum

Zuletzt aktualisiert am: 18.10.2019

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

Co-Autor: Dipl. ing. Christoph Kreps

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Erstbeschreiber

Sabouroud, 1911

Definition

Anthropophiler Dermatophyt.

Trichophyton rubrum ist ein beim Menschen die Hornsubstanz besiedelnder Hautpilz (anthropophiler Dermatophyt). Er kann beim Menschen zahlreiche Dermatophytosen auslösen, besonders häufig kommt der Erreger gegenwärtig beim Fuß-, Nagelpilz und der Tinea inguinalis vor. Wie alle Dermatophyten ernährt sich Trichophyton rubrum von Keratin. Die Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt durch direkten oder indirekten Kontakt. Selten kommen auch Übertragungen vom Menschen auf Tiere vor.[1] Die Teleomorphe, also das geschlechtliche Stadium von T. rubrum, ist bislang unbekannt.

Kultur von T. rubrum

Durch T. rubrum verursachter Nagelpilz

Im Nativpräparat zeigt sich T. rubrum bei Erkrankungen der Haut in Form eines weitverzweigten Myzels, bei Nagelpilz als Sporenketten. Auf einem Sabouraud-Dextrose-Agar bildet der Pilz weiße Kolonien mit Radiärfaltung, die im Randbezirk grünlich oder rot bis violett werden; in der Woodlicht-Diagnostik zeigt er keine Fluoreszenz. Auf dem Mycosel-Medium bildet sich zunächst ein gelber, später roter Rand. Auf beiden Nährboden ist die Unterseite der Kultur weinrot. Im mikroskopischen Bild ist er durch zahlreiche, birnenförmige und ährenförmig angeordnete Mikrokonidien gekennzeichnet. Makrokonidien sind selten und zigarrenförmig mit 3–8 Kammern. Sporen sind nur selten sichtbar.

T. rubrum war vor allem in den USA und im Nahen Osten verbreitet. Mittlerweile kommt er weltweit vor, seine Häufigkeit nimmt auch in Europa stark zu.

Trichophyton rubrum ist ein beim Menschen die Hornsubstanz besiedelnder Hautpilz (anthropophiler Dermatophyt). Er kann beim Menschen zahlreiche Dermatophytosen auslösen, besonders häufig kommt der Erreger gegenwärtig beim Fuß-, Nagelpilz und der Tinea inguinalis vor. Wie alle Dermatophyten ernährt sich Trichophyton rubrum von Keratin. Die Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt durch direkten oder indirekten Kontakt. Selten kommen auch Übertragungen vom Menschen auf Tiere vor.[1] Die Teleomorphe, also das geschlechtliche Stadium von T. rubrum, ist bislang unbekannt.

Kultur von T. rubrum

 

Durch T. rubrum verursachter Nagelpilz

 

Allgemeine Definition

Sehr gute Adaptation an den Menschen und hohe Affinität zu Nagelkeratin. Übertragung erfolgt u.a. von Mensch zu Mensch (Patienten mit persistierenden Nagelmykosen sind ständiges Erregerreservoir), durch Wäsche, Badematten, in Saunas, Badeanstalten oder Duschräumen.

Vorkommen/Epidemiologie

Weltweit verbreitet. Mit Abstand häufigster humanpathogener Dermatophyt in Europa (70-80%). Häufigster Erreger von Nagel- und Fußmykosen. Männer sind deutlich häufiger betroffen als Frauen.

Klinisches Bild

Lokale Infektionen an Händen (insbes. Handteller u. ulnare Handkante; seltener an Fingern oder Handrücken), Füßen, Nägeln (häufig mit Leukonychie einhergehend) und Leistenbeugen. S.u. Tinea, Tinea corporis, Tinea barbae, Tinea manuum, Tinea pedum, Tinea unguium, Tinea granulomatosa follicularis et nodularis cruris. Bei Befall der Arme imponieren meist scharf begrenzte, gerötete, schuppende Rundherde. Bei Manifestationen der Beine entstehen meist flächenhafte, gerötete, schuppende Plaques. Nur äußerst selten werden Infektionen am Kapillitium beobachtet, s.u. Tinea capitis superficialis. Selten und fast ausschließlich bei Männern Tinea inguinalis. Gelegentlich Verursachung systemischer Infektionen. Häufig chronisch-rezidivierende Krankheitsverläufe. In Einzelfällen Auftreten von Id-Reaktionen.

Mikroskopie

  • Lange, dünne Hyphen, keine Spiralhyphen. Sehr selten Auftreten von Chlamydosporen.
  • Makrokonidien: Meist wenige (können fehlen), lang und glattwandig, wurst bis zigarrenförmig, stark septiert, an den Polen abgerundet, Länge: 15-40 μm, Breite: 4-6 μm, 3-8 Kammern.
  • Mikrokonidien: Einzellig, akladiumförmig, an den Hyphen versetzt angeordnet, Länge: 3-5 μm, Breite: 2-3 μm.

Diagnose

Zur sicheren Unterscheidung von Trichophyton rubrum und Trichophyton interdigitale können zusätzlich Spezialnährböden (z.B. Kartoffel-Glucose-Agar oder Harnstoff-Agar) zum Nachweis der Harnstoffspaltung von Trichophyton interdigitale erforderlich sein.

Hinweis(e)

Bekannte und analysierte Typ-I-Allergene bei Trichophyton rubrum

  • Tri r 2 Putative secreted alkaline protease Alp1
  • Tri r 4 Serine protease

Literatur
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  1. Ellis D (2000) Epidemiology: surveillance of fungal infections. Med Mycol 38: S173-182
  2. Kick G, Korting HC (2001) The definition of Trichophyton rubrum syndrome. Mycoses 44: 167-171
  3. Lacroix C (2002) Tinea pedis in European marathon runners. J Eur Acad Dermatol Venereol 16: 139-142
  4. Mungan D et al. (2001) Trichophyton sensitivity in allergic and nonallergic asthma. Allergy 56: 558-562
  5. Seebacher C et al. (2007) Onychomycosis. J Dtsch Dermatol Ges 5: 61-66
  6. Yazdanparast A et al. (2003) Molecular strain typing of Trichophyton rubrum indicates multiple strain involvement in onychomycosis. Br J Dermatol 148: 51-54
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