Trichomonadenkolpitis A59.0

Zuletzt aktualisiert am: 12.06.2020

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Definition

Infektion der Scheide mit Trichomonas vaginalis, s.a. Trichomonadenurethritis.

Vorkommen/Epidemiologie

Trichomonas-vaginalis-Infektionen kommen weltweit vor. Sie zählen zu den häufigsten STI-Erregern.  

Pävalenz (weltweit): 250 Millionen Infizierte/Jahr. In einigen tropischen Ländern sind Trichomonaden die häufigsten Erreger von genitalen Infektionen. 

Die Prävalenz bei Frauen wird je nach untersuchter Population mit 3-48% angegeben. 

Ätiopathogenese

Fast ausschließliche Übertragung durch den Geschlechtsverkehr. Eine indirekte Übertragung (Handtücher, Toilettensitze u.ä.) ist möglich aber selten. Während der Dauer der Infektion beteht Kontagiosität.  

Manifestation

Betroffen sind überwiegend Erwachsene. Selten sind Infektionen bei Neugeborenen (Übertragung der Erreger bei der Geburt von der Mutter auf des Kindes). 

Klinisches Bild

Die Inkubationszeit beträgt 4-21 Tage, im Mittel 7 Tage. Bei Frauen kann die Infektion lange persistieren, bei Männern nur über eine kurze Zeit. 

Die meisten infizierten Männer und Frauen sind asymptomatisch (Männer 70-100%; Frauen: 35-85%).  

Die urogentiale Infektionskrankheit äußert sich bei Frauen typischerwiese als Vaginitis und Urethritis. Klinische Symptome sind:  Pruritus, schaumiger Fluor vaginalis, gerötete Scheidenhaut, braunrote, ödematöse, indurierte Infiltrate, leichte Ulzerationen an der Oberfläche. Trichomonaden-Granulom.

Diagnose

Vaginalabstrich: Mikroskopischer Erregernachweis im Nativmaterial (geringe Sensitivität)

Dem mikroskopischen Nachweis ist die PCR (z.B. OSOM® Trichomonas-Test) deutlich überlegen und sollte infolge der hohen Sensitivität und Spezifität zum Einsatz kommen (Nenhoff et al. 2017). 

Die kulturelle Anzüchtung der Erreger ist in speziellen Nährmedien möglich, erfordert aber eine spezielle Laborausrüstung und Erfahrung. Das Ergebnis liegt in 4-7 Tagen vor. 

Komplikation

Zu den Komplikationen zählen bei der Frau Infektionen der Adnexe, des Endometriums und der Bartholin-Drüsen mit der Gefahr der Sterilität.  Bei Schwangeren kann es zum vorzeitigen Blasensprung und zur Frühgeburt kommen. 

Zu den Komplikationen zählen beim Mann Orchitis , Epididymitis, Prostatitis, Infertilität. 

Therapie

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Literatur
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  1. Coleman JS et al.(2013) Trichomonas vaginalis vaginitis in obstetrics and gynecology practice: new concepts and controversies. Obstet Gynecol Surv 68:43-50.
  2. El-Sherbini GT et al.(2009) Efficacy of two plant extracts against vaginal trichomoniasis. J Egypt Soc Parasitol 39:47-58. 
  3. Keating MA et al. (2015) Trichomonas vaginalis Infection in a Tertiary Care Vaginitis Center. Sex Transm Dis 42:482-485.
  4. Masese LN et al. (2011) A prospective study of vaginal trichomoniasis and HIV-1 shedding in women on antiretroviral therapy. BMC Infect Dis 11:307.
  5. Nenoff P et al. (2017) Nonviral sexually transmitted infections-epidemiology, clinical manifestations, 
    diagnostic workup, therapy : Part 3: Treponemes, Gardnerella and trichomonads. Hautarzt 68:136-148. 
  6. van Schalkwyk J et al.(2015) Vulvovaginitis: screening for and management of trichomoniasis, vulvovaginal candidiasis, and bacterial vaginosis. J Obstet Gynaecol Can 37 :266-276. 

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